Tanganjika-Cichliden - mein neuer Schwerpunkt

Schon lange hatte ich Lust, mich mal wieder mit Tanganjikas zu beschäftigen. Telmatochromis bifrenatus hatte ich bereits in tiefsten DDR-Zeiten, auch Etagenzuchten von Julidochromis transcriptus und Neolamprologus pulcher „Daffodil“. Und mit Paracyprichromis nigripinnis „Blue Neon” konnte ich einen damals sehr seltenen Heringscichliden anbieten. Mein 400-l-Malawi-Becken hatte im Herbst 2021 nach mehr als 20 Jahren ununterbrochener Benutzung in Bezug auf Dichtheit geschwächelt. Ersetzt wurde es durch zwei kleinere Becken, so dass wie bei Tanganjikas üblich nun zwei bis drei Arten von mir gehalten werden können. Standard im Tanganjika-Bereich ist das Artaquarium. Gut ausgesucht können auch zwei Arten pro Becken gehalten werden. In der Einfahrphase der neuen Becken wollte ich keine allzu großen Risiken in Bezug auf die Seltenheit der Arten eingehen. Und so sehen jetzt die ersten Eindrücke aus:

Etagenzucht (unfreiwillig) von Julidochromis ornatus

Julidochromis ornatusJulidochromis ornatus, ein brutpflegendes Paar mit einigen Jungfischen. Es ist der ganz gewöhnliche „Wald- und Wiesen-Ornatus”, wie es ihn schon lange in der Aquaristik gibt. Die „Kinderstube” befindet sich rechts unter dem Kalk-Block. Ansonsten ein Gemisch-Kies rötlich und schwarz, über Geschmack läßt sich streiten. Es darf nicht zu hell beleuchtet werden. Dann ist die Körpergrundfarbe auch bei den gewöhnlichen Ornatus recht gelblich.

Cyprichromis leptosoma „Mpulungu”

Cyprichromis leptosoma „Mpulungu” in einer Gruppe mit mehr Männchen als Weibchen können in vergleichsweise kleinen Becken erfolgreich gehalten werden, im Unterschie zu den „Jumbos”. Gekauft wurden von mir 5/3. Ein vermutetes Weibchen hat sich als Spätmännchen entwickelt, so das die Gruppe aus 6/2 besteht.

Cyprichromis leptosoma „Mpulungu”Cyprichromis leptosoma „Mpulungu”, m, kein Wunder, dass der Beiname „Blue Flash” aufgekommen ist, aber Vorsicht: auch andere Lokalformen des Cyprichromis leptosoma haben diesen Beinamen.
Cyprichromis leptosoma „Mpulungu”Hier sind sechs Tiere der Gruppe Cyprichromis leptosoma „Mpulungu”, zu sehen. Besonders bemerkenswert: ein Männchen sitzt in der Höhle!
Cyprichromis leptosoma „Mpulungu” Cyprichromis leptosoma „Mpulungu”, und es geht heiß her vor der Höhle.
Cyprichromis leptosoma „Mpulungu” Cyprichromis leptosoma „Mpulungu”, kaum zu glauben, aber dieses Männchen hält sich gern in der Höhle auf. Ein weiteres Männchen verteidigt den Raum unter dem Filter. Mir scheint es so, dass die Heringscichliden auf Grund ihres für Beißattacken ungeeigneten Maules von Höhlen- und Bodenbrütern vom Substrat verdrängt werden. Bei mir wird auch knapp über dem Kies gebalzt! Nichts da von ausschließlich „virtuellen” Revieren im Freiwasser....
Cyprichromis leptosoma „Mpulungu” Cyprichromis leptosoma „Mpulungu”, Brüten im Duett, links ein Männchen mit etwas Gelb in der Rückenflosse.
Cyprichromis leptosoma „Mpulungu” Cyprichromis leptosoma „Mpulungu”, ein Männchen.

Callochromis pleurospilus „Ujiji”

Nachdem die Heringscichliden sich eingelebt hatten, habe ich den Besatz dieses Beckens mit 1/2 Callochromis pleurospilus „Ujiji” ergänzt. Der Händler hatte noch genau diese drei Stück und ich bin das Risiko 1/2 eingegangen. Es war kalkuliertes Risiko: 1/2 im Artbecken wäre möglicherweise schief gegangen, aber mit acht Heringscichliden? Ich wollte eigentlich nichts mehr nachziehen, aber....

Callochromis pleurospilus „Ujiji” Callochromis pleurospilus „Ujiji”, m + w, und darunter kaum erkennbar deren Jungfische. Callochromis pleurospilus „Ujiji”
Callochromis pleurospilus „Ujiji” Callochromis pleurospilus „Ujiji”, und wieder hat das „Cyclopsmonster” zugeschlagen: so kräftig kann das Rot eines C. pleurospilus „Ujiji” sein. Leider fehlt diesem Männchen ein Zipfel in der Schwanzflosse oben. Ich habe ihn so gekauft. Merkwürdigerweise ist dieser kleine Flossenschaden bisher nicht regeneriert worden. Die typische Schwarzfärbung auf der Unterseite der Lokalform von Ujiji wird nur gezeigt, wenn die Tiere territorial sind.
Callochromis pleurospilus „Ujiji”, Cyprichromis leptosoma „Mpulungu” Callochromis pleurospilus „Ujiji” und Cyprichromis leptosoma „Mpulungu” im Hintergrund.

(2022)

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