Tropheops spec. „macrophthalmus Galileya Reef”

Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”Tropheops spec. „macrophthalmus Galileya Reef”, ablaichend in einer Höhle an deren Seitenwand. Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”
Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”Tropheops spec. „macrophthalmus Galileya Reef”, ablaichend an der Aquarienrückwand.

Tropheops spec. „macrophthalmus Galileya Reef” ist eine Lokalform vom Gallireya Reef. Es existieren verschiedene Schreibweisen von diesem Ort, mit „r”, mit „l”, mit Doppel-„l”, mit einfachem „l”. Auch am Chitimba Reef kommt ein macrophthalmus-ähnlicher Cichlide vor, der sowohl gelbe als auch blaue Männchen hat. Im Handel war die Form vom Gallireya Reef zeitweilig als Tropheops „yellow/yellow” erhältlich. Mit dem echten Tropheops macrophthalmus haben diese Formen nur das gelbe Pigment und die Gattungszugehörigkeit gemeinsam. Unterschiede gibt es bei der Form des Kopfes und dem viel unterständigeren Maul des Tropheops macrophthalmus.
Angesichts der Ausführungen des Altmeisters Ad Konings in „Malawi Cichlids in their natural habitat 4th Edition” Seite 200 und „Malawi Cichlids in their natural habitat 5th Edition” S. 208 ist mir die Benutzung der Händlerbezeichnung Tropheops „yellow/yellow” mehr als verständlich. In beiden Ausgaben findet sich ein identischer Text, den ich hier zitieren möchte:

„When I examined the fish community at Gallireya Reff(the reef nearest to that in Chitimba Bay) I again found an all-yellow male Tropheops courting yellow females. However, there is also another common Tropheops at this site, in which the females are a gray color.. The males of this latter species is again bright yellow, like those of the other Tropheops. There is a small difference between these males and those of the yellow Male/yellow female form: the latter are entirely yellow (apart from a bluish anal fin), and the former (with gray females) have a narrow black submarginal band in the ventral fins and a dark edge to the anal fin. Not a very prominent difference, but a difference nonetheless. Close examination of these two species revealed that the form with a gray female has a slightly shallower body and a less acute snout than that where the female is yellow.......”

Ad Konings schlußfolgert, daß es am Gallireya Reef zwei Tropheops-Arten mit gelben Männchen gibt. Auf Seite 203 bzw. 207 finden sich dann die Bilder eines Tropheops sp. „macrophthalmus chitimba Gallireya Reef” und eines Tropheops sp. „macrophthalmus gallireya Gallireya Reef”.

Aquarium-Beobachtungen:

Meine Tiere gehören abwechselnd stimmungsabhängig zu beiden „Arten”!!! In Kenntnis der Ausführungen von Ad Konings stellte sich mir die Frage, welchen gelben Tropheops ich im Becken habe. Ganz einfach: die Tiere zeigen stimmungsabhängig geringe Färbungsunterschiede. So ist das Fehlen schwärzlicher Pigmente in Bauch- und Afterflosse der Männchen mit Territorialverhalten in Bezug auf ein Ablaichrevier verbunden. Besetzen die Tiere zeitweilig ein Nahrungsrevier erscheinen die schwärzlichen Pigmente. Bei den Weibchen ist Gelbfärbung mit Dominanz verbunden und sie sind in der Lage, innerhalb weniger Sekunden ein graues "Mäntelchen" überzuwerfen und so die „Artzugehörigkeit” zu wechseln. Wie nicht anders zu erwarten, dürfte es nur einen gelben macrophthalmus-ähnlichen Tropheops am Gallireya Reef geben. Als Name für diese Spezies eignet sich aus meinem Verständnis heraus am ehesten Tropheops spec. „macrophthalmus Gallireya Reef”, bis irgendwann die Artzugehörigkeit ggf. nach Erstbeschreibung einer neuen Art geklärt ist.
Die Art reagiert nach meiner Erfahrung recht stark auf ungenügende Wasserqualität und kann das durch sensationell miese Farbe anzeigen. Meine Raubschnecken (Anentome helena) wurden von den Tropheops sp. „macrophthalmus chitimba Gallireya Reef” in meinen Aquarien ausgerottet. Turmdeckelschnecken werden in Ruhe gelassen.

Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”Tropheops spec. „macrophthalmus Galileya Reef”, (m), mit schwarzem Pigment in Bauch- und Afterflosse.
Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”Tropheops spec. „macrophthalmus Galileya Reef”, (m), balzend ohne schwarzes Pigment in Bauch- und Afterflosse.
Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”Tropheops spec. „macrophthalmus Galileya Reef”, (w), stimmungsabhängig stark gelb.

Auch bei den Jungfischen findet man die verschiedenen stimmungsabhängigen Färbungen:

Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”Tropheops spec. „macrophthalmus Galileya Reef”, Jungfische in verschiedenen stimmungsabhängigen Färbungen.

Aus den Erfahrungen meiner Malawistik-Karriere heraus ist der Tropheops spec. „macrophthalmus Galileya Reef” einer der ganz wenigen für den Normal-Malawisten geeigneten Tropheops. Bei mir schwimmt die Art mittlerweile in dritter Generation. Haremshaltung 1/3+ funktioniert genauso gut wie Gruppenhaltung 3+/3+. Die Aggressivität ist ziemlich genau auf der Höhe des Microchromis aurifrons „Luwino Reef”. Etwa ein Jahr lang setzte ich versuchsweise den Labidochromis caeruleus „Yellow” mit ins Becken. Das Ergebnis konnte ich bereits nach wenigen Wochen in einem Foto dokumentieren.

Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”Hier brüten drei Arten gleichzeitig: Labidochromis caeruleus „Yellow” (unten), Labeotropheus trewavasae „Chinyamwezi Island” (oben) und Tropheops spec. „macrophthalmus Galileya Reef” (rechts).

Geschlechtsunterschiede:

Am leichtesten kann man die Unterschiede an der Länge der Bauchflossen sehen. Bei den Männchen reichen sie bis zur Afterflosse, die der Weibchen nicht. Rücken- und Afterflossen der Männchen spitz, der Weibchen mindestens leicht abgerundet. Die Eiflecken, meist nur einer, gibt es bei beiden und können auch bei den Weibchen recht groß und leuchtend ausfallen, sind also weniger zuverlässig als die Beflossung.

Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”Tropheops spec. „macrophthalmus Galireya Reef”, (m), ohne Blitz fotografiert. Bei dieser Art kommt es ähnlich wie bei Aulonocara aquilonium sehr auf die Beleuchtung an. Das stimmungsabhängig meist satte Gelb leuchtet immer. Die schönen blauen Reflexe in der Rückenflosse kommen meist nur bei seitlichem oder schrägem Lichteinfall zur Geltung, das folgende Bild ist mit Blitz fotografiert: Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”
Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”Tropheops spec. „macrophthalmus Galireya Reef”, (w), ein Jungfisch im Hintergrund.
Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”Tropheops spec. „macrophthalmus Galileya Reef”, ein maulbrütendes Weibchen zeigt imponierend einer Konkurrentin die Breitseite. In Dominanz stehen die Weibchen den Männchen in der Farbintensität kaum nach, hohe Wasserqualität vorausgesetzt.
Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”Tropheops spec. „macrophthalmus Galireya Reef”, (m).
Tropheops spec. „macrophthalmus Gallileya Reef”Tropheops spec. „macrophthalmus Gallireya Reef”, (m), ein weiterer Prachtkerl.

(2021)

Literatur:

Ad Konings „Malawi Cichlids in their natural habitat 4th Edition”, englisch
Ad Konings„Malawi Cichlids in their natural habitat 5th Edition”, englisch

nach oben