Maylandia zebra „Thumbi West”

Meine Maylandia zebra „Thumbi West” gehen zurück auf einen Stamm, der im Berliner Tierpark Friedrichsfelde bereits seit 1979 immer wieder nachgezogen wird und dem vermutlich auch die Tiere im halleschen Bergzoo angehörten, welche ich dort 1983 bewunderte. Seit 2013 sind Maylandia zebra „Thumbi West” auch im Zooaquarium Berlin (Zoologischer Garten) zu Hause. Auch die Wilhelma Stuttgart hat sie aus Berlin erhalten.

In der Natur kommt Maylandia zebra im sedimentfreien Felsbiotop bevorzugt in Wassertiefen zwischen 3 und 15 m vor. Auch in Übergangsbereichen kommt die Art vor. Je nach Nahrungsangebot werden Maximalgrößen zwischen 10 und 13 cm erreicht. An vielen Stellen kommt die Art gemeinsam mit anderen Vertretern des zebra-Artenkomplexes vor. So wurden im tansanischen Bereich an allen Fundorten von Maylandia callainos auch Maylandia zebra nachgewiesen. Auch an Fundorten von Maylandia fainzilberi kommt die Art vor und auch an Fundorten von Maylandia estherae, u.a. am Minos Reef, hingegen nicht im Bereich zwischen Ngara und Mara Rocks. In der Färbung (schwarze Streifen und Kopfmaske auf blauer Körpergrundfarbe und blaue Unpaarflossen) ist die Art etwas variabel. An Fundorten mit sehr klarem Wasser werden die schwarzen Streifen und die Kopfmaske dominanter B-Männchen besonders kontrastreich auf weißblauem Grund gezeigt. An Fundorten mit geringeren Sichttiefen können die B-Männchen nahezu einfarbig blau daher kommen mit nur schwach ausgeprägten Streifen und Kopfmasken. An der Nordostküste, u.a. bei Manda, fehlen die Interorbitalstreifen der Kopfmaske. Oft wird das auch als blaue Blesse beschrieben. Die Formen mit roten Rückenflossen sind inzwischen als eigenständige Arten beschrieben, Maylandia pyrsonotus, Maylandia emmiltos, Maylandia sandaracinos und Maylandia thapsinogen siehe hier. An den Fundorten dieser vier Arten kommt der normale Maylandia zebra nicht vor. Im Vorkommensgebiet der sogenannten großen Zebra, meist als M. spec. "zebra Chilumba" bezeichnet, findet sich Maylandia emmiltos.

Aquarium-Beobachtungen:

In ausreichend großen Aquarien kann Maylandia zebra in einer Gruppe mit mehreren Männchen gehalten werden (dann aber mindestens drei Männchen), von denen in der Regel nicht alle ausfärben. Zeitweise hielt ich eine Gruppe mit insgesamt sieben Männchen, von denen aber nur zwei Reviere besetzten und ausfärbten. Alle anderen Männchen waren nur als schwärzlich-bläulich-gräuliches Etwas zu sehen. Bei Haremshaltung stand das Männchen in der Regel auch nur bei Dominanz richtig in Farbe und war fähig, sich stimmungsabhängig innerhalb weniger Sekunden umzufärben. Das dürfte auch der Grund sein, warum die Art im Handel durch Maylandia estherae und Maylandia callainos weitgehend verdrängt wurde, da diese einmal eingefärbt praktisch immer gut aussehen. Anders verhält es sich mit meinem OB-Nachzuchtmännchen. Dieses Männchen sieht immer toll aus, egal, ob gerade dominant oder nicht. Vergesellschaften läßt sich diese Art hervorragend mit anderen durchsetzungsfähigen limnivoren und herbivoren Mbuna. Was nicht gut funktioniert, sind Arten, die ebenfalls eine schwarze Kopfmaske mit dunklen senkrechten Streifen zeigen. Obwohl Iodotropheus sprengerae „Makokola” (= Iodotropheus declivitas) als omnivor bezeichnet wird, funktioniert die Vergesellschaftung mit dieser Art bei mir in jeder Beziehung sehr gut.

Maylandia zebra „Thumbi West” Maylandia zebra „Thumbi West” Maylandia zebra „Thumbi West” Maylandia zebra „Thumbi West”, analog zu dem OB-Männchen hier die farbliche Entwicklung der OB-Weibchen.

Geschlechtsunterschiede:

Die Unterscheidung besonders von B-Weibchen und unausgefärbten B-Männchen kann schwierig sein. In der Regel reichen bei den Männchen die Bauchflossen deutlich über den Ansatz der Afterflosse hinaus, während die Bauchflossen der Weibchen die Afterflosse in der Regel nicht erreichen. Letzte Sicherheit bietet nur die Genitalpapillen-Methode.

Maylandia zebra „Thumbi West” Maylandia zebra „Thumbi West” Maylandia zebra „Thumbi West”, analog zu dem OB-Männchen hier die farbliche Entwicklung der B-Männchen, einmal als Jungfisch und deutlich angefärbt im zweiten Bild.
Maylandia zebra „Thumbi West” Maylandia zebra „Thumbi West”, ein gerademal halbwüchsiges Paar, der Schauwert ist bereits enorm.
Maylandia zebra „Thumbi West” Maylandia zebra „Thumbi West”, ein nicht ausgefärbtes B-Männchen. Egal, wie weit es sein Maul aufreißt, ein Brüller ist das nicht. Ganz anders der voll in Farbe stehende Bruder auf dem nachfolgenden Bild. Kaum zu glauben, auch der voll ausgefärbte Bruder ist in der Lage, sich innerhalb weniger Sekunden in ein unscheinbares dunkles Etwas zu verwandeln wie im oberen Bild. Maylandia zebra „Thumbi West”
Maylandia zebra „Thumbi West” Maylandia zebra „Thumbi West”, ein B-Männchen
Maylandia zebra „Thumbi West” Das Beste zum Schluß: ein prächtiges OB-Männchen des Maylandia zebra „Thumbi West” in Dominanz, einmal beim Anbaggern und einmal solo. Maylandia zebra „Thumbi West”

(4/2018)

Literatur:

(1) Ad Konings "Malawicichliden in ihrem natürlichen Lebensraum", dritte Auflage, deutschsprachige Ausgabe, www.cichlidpress.com 2001, vierte und fünfte Auflage (englisch)
(2) Ad Konings "Atlas der MalawiseeCichliden", zweiter Band, bede-Verlag 1996

(1) Andreas Spreinat "Malawisee-Cichliden aus Tansania", dritte Auflage, Unitext-Verlag Göttingen 1994

nach oben