Aulonocara stuartgranti

Aulonocara stuartgranti „Cobwe”
Ein Aulonocara-stuartgranti-Männchen, welches ich unter der Bezeichnung Aulonocara stuartgranti „Cobwe” erwarb. Der Übergang von Tieren mit roten Bauchflossen ohne rote Schulter (dem „wahren Cobwe”) und Tieren mit roter Schulter von Masinje, als A. hansbaenschi oder „Red Flash” gehandelt, ist fließend. Um so wichtiger ist es, daß die Tiere bei eventueller Nachzucht konsequent nur mit Weibchen von exakt dem selben Fundort verpaart werden und nicht mit irgendeinem Weibchen, das so aus sieht, als wäre es ein Vertreter der betreffenden Lokalform. Die Weibchen benachbarter Populationen können meist nicht voneinander unterschieden werden. Gut in der Farbdarstellung, leider sehr unscharf, ein Foto des gleichen Tieres wie oben:
Aulonocara stuartgranti „Cobwe”

Die meisten Lokalformen von Aulonocara stuartgranti leben im natürlichen Lebensraum in der Übergangszone zwischen Felsen und Sand in einer Wassertiefe zwischen 5 und 15 Metern. Unterschlupf bei Störungen wird in kleinen Höhlen auf Höhe des Sandbodens und zwischen den Felsen gesucht. Das Verbreitungsgebiet ist riesig und es gibt eine sehr große Zahl von Lokalformen. Auf Grund der großen Unterschiede in der Färbung sowohl der Männchen als auch in geringerem Maße der Weibchen wurde für die gelben Aulonocara stuartgranti die Artbezeichnung Aulonocara steveni aufgestellt. Da es keine scharfe Grenze zwischen gelben und blauen Populationen gibt, sondern die Färbung allmählich von blau zu gelb und umgekehrt über die einzelnen Populationen hinweg wechselt, wird Aulonocara steveni nur noch als Juniorsynonym zu Aulonocara stuartgranti geführt. (1). Wie auch bei anderen Buntbarschen des Malawisees findet man oft farbliche Entsprechungen an gegenüberliegenden Stellen des West- beziehungsweise Ost-Ufers. Als Beispiel seien die Formen von Usisya und Puulu genannt.

Aulonocara stuartgranti „Usisya”
Ein Aulonocara-stuartgranti-Männchen, welches ich unter der Bezeichnung Aulonocara stuartgranti „Usisya” erwarb.

Aquarium-Beobachtungen:

Im Laufe der Zeit habe ich die Lokalformen „Ngara”, „Cobwe” (lediglich eine andere Schreibweise von „Cobue”) und „Usisya” nacheinander gehalten. In ausreichend großen Aquarien kann Aulonocara stuartgranti in einer Gruppe mit mehreren Männchen gehalten werden (dann aber mindestens drei Männchen), von denen sich in der Regel nur eins voll einfärbt. Selber bevorzuge ich allerdings die Haltung mit nur einem Männchen pro Aquarium und mehreren Weibchen. Auch paarweise Haltung ist sehr gut möglich, wenn die übrige Besetzung des Beckens zahlenmäßig nicht zu klein ist. Bei mir wurde ein Höhlenkraternest angelegt und im Umkreis von ca. 50 cm verteidigt, wenn ein arteigenes Weibchen Laichansatz bekam. Auffällig war, daß die Lokalform „Usisya” in der Durchsetzungsfähigkeit bei mir etwas hinter „Cobwe” und „Ngara” zurück blieb. Allgemein sollte man Aulonocara stuartgranti nur mit Nonmbuna vergesellschaften, die keine große Aggressivität besitzen, z. B. Placidochromis oder Copadichromis. Absolut tabu ist Aulonocara jacobfreibergi, da dessen Männchen sehr schnell mit den stuartgranti-Weibchen bastardieren. Ungezählte ungewollte jacobfreibergi-stuartgranti-Hybride bevölkern die Aquarien dieser Welt....

Aulonocara stuartgranti „Cobwe”
Ein maulbrütendes Weibchen von Aulonocara stuartgranti „Cobwe”.

Geschlechtsunterschiede:

Bei dieser Art sollte die Geschlechtsbestimmung kein Thema sein, es sei denn, die Jungfische sind noch sehr klein....Nur der Vollständigkeit halber: Blauglanz auf den Kiemendeckeln, spitz ausgezogene Rücken- und Afterflosse...

Aulonocara stuartgranti „Usisya”
Ein maulbrütendes Weibchen von Aulonocara stuartgranti „Usisya”, die Genitalpapille ist kurz nach dem Laichen noch vergrößert.
Aulonocara stuartgranti „Usisya”
Ein prächtiges Männchen von Aulonocara stuartgranti „Usisya”.
Aulonocara stuartgranti „Usisya”
Aulonocara stuartgranti „Usisya” (w)
Aulonocara stuartgranti „Usisya”
Aulonocara stuartgranti „Usisya” (m)

(2010)

Literatur:

(1) Ad Konings "Malawicichliden in ihrem natürlichen Lebensraum", dritte Auflage, deutschsprachige Ausgabe, www.cichlidpress.com 2001

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