Lethrinops marginatus „red fin”

Lethrinops marginatus kommt im seichten Sandbiotop des Malawi-Sees vor und wurde von AHL bereits 1927 beschrieben. Es ist sehr schwierig, dieser Artbezeichnung Tiere sicher zu zuordnen. Auf jeden Fall ist Lethrinops marginatus ein Vertreter der "Rounded-Head-Lethrinops". Zu dieser Gruppe gehört auch Lethrinops marginatus „red fin”. Bei Lethrinops marginatus „red fin” dürfte es sich aus meiner Sicht auf Grund des Ablaichverhaltens um eine gute möglicherweise bisher unbeschriebene Art handeln.

Ablaichverhalten:

Bei mir wurde auf der Oberseite eines kleinen Felsblocks abgelaicht, welcher vom Männchen mit Sand/Kies bestreut wurde. Der Sand/Kies wurde ca. 40-80 cm vom Laichplatz entfernt aufgenommen und ca. 10 cm über dem Laichplatz ausgespuckt/fallen gelassen. Was nicht auf dem Felsblock liegen blieb, rieselte an dessen Fuß und bildete eine sanft abfallende ca. 30 cm breite Böschung. Auf dieses Ablaichverhalten bei einem Lethrinops konnte ich in der mir zugänglichen Literatur bisher keine Hinweise finden.

L. marginatus red finLethrinops marginatus „red fin”, gelaicht wird auf der Oberseite des Aufbaus, welcher vom Männchen mit Kies bestreut wird. Unten links ein Placidochromis spec. „jalo”, Weibchen.

weitere Aquarium-Beobachtungen:

Mit meinen Lethrinops marginatus „red fin” hatte ich Pech in Bezug auf die Geschlechterverteilung. Ich erwarb Ende November 2009 zehn Tiere. Davon waren zwei sichere Männchen, von denen eines gleich in den ersten Tagen nach dem Erwerb aus ungeklärter Ursache verstarb. Das verbliebene Männchen hielt ich über ca. 8 Wochen von den übrigen Tieren getrennt. Leider gab es keine Anzeichen für sich entwickelnde weitere Männchen und dabei blieb es. So hatte ich nur ein Männchen im Aquarium, welches ab und zu mal in Farbe kam. Das brachte mich nach mehreren Monaten in die Versuchung, eine Vergesellschaftung mit mehreren Arten zu probieren. Es kamen im April 2010 mit Copadichromis trewavasae Lupingu, Placidochromis spec. „jalo” und Aulonocara aquilonium Mdoka drei Arten hinzu, die ebenfalls im Ruf stehen, „Leisetreter” zu sein. Zunächst stand das Lethrinops-marginatus-„red-fin”-Männchen als dominierendes Männchen des Aquariums meist sehr schön in Farbe. Die Lethrinops marginatus „red fin” laichten zwar mehrfach ab, aber Jungfische konnte ich nicht erzielen. Die Weibchen hielten die Eier nur wenige Tage, was ich als ein Anzeichen für zu viel Stress deute. Obwohl das Lethrinops-marginatus-„red-fin”-Männchen erheblich größer als das stärkste Placidochromis-spec.-„jalo”-Männchen war, entwickelte sich das Placidochromis-spec.-„jalo”-Männchen Anfang Juli 2010 zum dominierenden Männchen des Aquariums. Von da an setzte ein allmählicher Verfall des Lethrinops-marginatus-„red-fin”-Männchens ein. Es gab zwar keine Flossenverletzungen, doch das Tier machte einen gestressten Eindruck. Unter meinen Bedingungen sah ich nur zwei Möglichkeiten: entweder ich trenne mich von den anderen drei Arten oder ich trenne mich von Lethrinops marginatus „red fin”! Im August 2010 entschied mich auf Grund des ungünstigen Geschlechterverhältnisses für letzteres. Auf Grund meiner Erfahrungen mit dieser Art gebe ich eine klare und eindeutige Empfehlung, Lethrinops marginatus „red fin” in größeren Gruppen mit mehreren Männchen im Artbecken zu halten. Die Endgröße schätze ich auf ca. 15-18 cm bei den Männchen und um die 10-13 cm bei den Weibchen, womit diese Art ein eher kleinwüchsiger Vertreter der Gattung wäre. Die carnivore Art war bei mir in der Ernährung völlig unproblematisch.

L. marginatus red finLethrinops marginatus „red fin” (w)
L. marginatus red finLethrinops marginatus „red fin”, balzendes Paar

Geschlechtsunterschiede:

Bei dieser Art sollte die Geschlechtsbestimmung kein Thema sein....Nur der Vollständigkeit halber: blaugrüner Glanz auf den Kiemendeckeln, spitz ausgezogene Rücken- und Afterflosse...

L. marginatus red finLethrinops marginatus „red fin”, bisher hat kaum eine Art bei mir in der Färbung so sehr von der Fütterung mit Kleinkrebsen profitiert wie diese.

(August 2010)

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