Ungewollte Hybriden bei Malawibuntbarschen

Hier geht es nicht um „Firefish”, „Aulonocara calico” & Co., sondern um das schwärzeste Kapitel bei der Haltung und Zucht von Malawibuntbarschen in Aquarien, um unerwünschte Hybriden.

auf dieser Seite:

Pseudotropheus regan(i)

Meine erste Veröffentlichung über Malawibuntbarsche trug den Titel »„Pseudotropheus regan“ in einem hallischen Zoogeschäft.«, erschienen 1989 in der damaligen DDR-Aquarienzeitschrift AquarienTerrarien 36 (7): 243. Der Artikel galt Hybriden, die unter dem vorgenannten Namen verkauft wurden. Ich konnte damals bei den Nachkommen dieser Tiere erleben, wie die Merkmale aufspalteten, so wie es die Mendelschen Gesetze für die F2-Generation besagen. Es gibt bis heute keinen Pseudotropheus regan(i). Der Verkauf der Hybriden unter diesem Fantasienamen war ein klarer Fall von Betrug.

Ein unbeabsichtigter Hybrid mit Anteilen von Iodotropheus sprengerae / Iodotropheus declivitas, Aulonocara spec. „maleri” und vermutlich Aulonocara jacobfreibergi

Hybrid Aulonocara-Mix x Iodotropheus sprengerae (Iodotropheus declivitas)

Was mag das sein? In Foren zur Diskussion gestellt, hätte man wahrscheinlich u.a. über die aulonocara-ähnliche Streifung, die orange Afterflosse und die Säumung der Rückenflosse diskutiert.

Die Umstände der Entstehung dieses Hybriden liegen in meinem Wohnortwechsel im März/April 2014 begründet. Die Insassen meines Gesellschaftsaquariums wurden für eine Woche auf vier kleinere Aquarien verteilt. In ein 1 m langes Becken setzte ich alle Iodotropheus sprengerae (Iodotropheus declivitas), von denen ein Weibchen Laichansatz hatte, und dazu alle Weibchen und ein Männchen von Microchromis aurifrons „Luwino reef”. Auf Grund seiner Aggressivität war auch noch ein unreif geglaubtes Männchen der weiter unten beschriebenen Aulonocara-Mix im Becken. Die Einrichtung bestand aus einem Innenfilter und frei im Wasser treibenden Farnstauden. Angesichts des Laichansatzes wollte ich dem Iodotropheus-Männchen möglichst wenig Chancen auf ein temporäres Revier einräumen, um das Risiko von Bißverletzungen unter diesen Platzverhältnissen zu minimieren. Als das Gesellschaftsbecken wieder stand, kam mein kompletter Bestand wieder hinein und siehe, das Iodotropheus-Weibchen war maulbrütend. Es hatte also einen Ablaichvorgang in dem kleinen Becken gegeben. Alles war gut gegangen, kein Tier verletzt.

Zwischenbemerkung: Für den Ablaichvorgang sind Malawibuntbarsch-Männchen zwingend auf ein Revier angewiesen, auch wenn manche Arten an beliebigen Plätzen die Weibchen anbalzen. Es wird zumindest temporär der Laichplatz vom Männchen verteidigt. Das gilt auch für den Freilaicher Copadichromis chrysonotus, der „virtuelle” Reviere im Freiwasser verteidigt. Kann ein Männchen kein Revier bzw. keinen Laichplatz besetzen, dann kann es auch nicht ablaichen. Die laichbereiten Weibchen müssen ablaichen. Wenn sie nicht ablaichen, verhärtet der Laich im Körper, kann nicht mehr abgegeben werden, was zu Unfruchtbarkeit führt. Wenn den laichbereiten Weibchen kein revierbesitzendes arteigenes Männchen zur Verfügung steht, wird mit einem artfremden revierbesitzenden Männchen, auch über Gattungsgrenzen hinweg, abgelaicht.

Als es an der Zeit war für das Iodotropheus-Weibchen, die Jungen frei zusetzen, beließ ich es im Gesellschaftsbecken. Ich war mir das Risikos bewußt, dass unter den beengten Platzverhältnissen in dem Übergangsbecken das Microchromis-Männchen am Laichakt beteiligt gewesen sein könnte, da es insgesamt etwas durchsetzungsfähiger als das Iodotropheus-Männchen war. Es gab dann die üblichen wilden Verfolgungsjagden, als das Iodotropheus-Weibchen die Jungfische im Gesellschaftsbecken frei setzte, die von den anderen Beckeninsassen mit Begeisterung gefressen wurden. Nach ein paar Tagen sah ich, dass einer überlebt hatte. Für einen Iodotropheus sprengerae (Iodotropheus declivitas) war die Grundfarbe des Winzlings eindeutig zu hell. In dem neueingerichteten Becken standen seine Chancen auf Nahrung natürlich sehr schlecht. Sein Wachstumstempo unter diesen Bedingungen war atemberaubend langsam, aber er kam durch. Lange glaubte ich, dass das Männchen von Microchromis aurifrons „Luwino reef” am Laichakt beteiligt gewesen war. Erst, als der Hybrid mit 1½ Jahren eine Größe erreicht hatte, dass man ihn auf aulonocara-typische Sinnesgruben untersuchen konnte, stellte sich heraus, das absolut zweifelsfrei das unreif geglaubte Männchen des Aulonocara-Mix vermutlich als Sneaker beteiligt war. Körperlich war das Aulonocara-Mix-Männchen den Männchen der beiden anderen Arten weit unterlegen.

Hybrid Aulonocara-Mix x Iodotropheus sprengerae (Iodotropheus declivitas)

Was sagt uns dieser Hybrid Aulonocara-Mix x Iodotropheus sprengerae (Iodotropheus declivitas)?

Hybriden können schon sehr früh geschlechtsreif sein. Bei Anwesenheit eines männlichen Hybriden besteht höchste Gefahr für weitere Kreuzungen u.a. durch Betätigung des Hybriden als Sneaker und durch aktives Anbalzen der Weibchen anderer Arten quer durch die Gattungen hindurch. Dieser Hybrid interessierte sich u.a. auch für die Weibchen von Maylandia spec. „daktari”.

Hybrid Aulonocara-Mix x Iodotropheus sprengerae (Iodotropheus declivitas) Diese Bilder zeigen den Hybrid Aulonocara-Mix x Iodotropheus sprengerae (Iodotropheus declivitas) im Alter von 1¼ Jahr. Seine Größe beträgt etwa 5 cm. Das geringe Wachstum dürfte eine Folge der Mangelernährung in den ersten Wochen nach dem Freisetzen im neueingerichteten Gesellschaftsaquarium sein. Die geringe Körpergröße hinderte ihn nicht daran, die Weibchen anderer Arten anzubalzen, u.a. Maylandia-Weibchen. Deshalb verbringt er nun sein Leben im Aufzuchtbecken ohne Gelegenheit, jemals Nachwuchs zu bekommen. Hybrid Aulonocara-Mix x Iodotropheus sprengerae (Iodotropheus declivitas)
Das folgende Foto zeigt die aulonocara-typischen Sinnesgruben am Kopf des Hybriden Hybrid Aulonocara-Mix x Iodotropheus sprengerae (Iodotropheus declivitas)
Der Vater (Aulonocara-Mix) des Hybriden, 3 Monate nach der Beteiligung am Laichakt Aulonocara-Mix
Und die Mutter (Iodotropheus sprengerae / Iodotropheus declivitas) des Hybriden bei einer späteren Maulbrut Iodotropheus sprengerae (Iodotropheus declivitas) (2015)

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Aulonocara jacobfreibergi als Brutparasit

In der Zierfischtzucht Halle befand sich in einem großen Becken eine Zuchtgruppe Nimbochromis polystigma, desweiteren noch einige Aulonocara jacobfreibergi. In einer Brut der Nimbochromis polystigma befanden sich unter ca. 30 Jungfischen zwei Exemplare mit abweichender Färbung. Beide entwickelten sich zu farbenprächtigen Männchen.

Hybrid Aulonocara jacobfreibergi x Nimbochromis polystigma 01, 2009-10-06, Foto Dr. Dieter HohlDieses Foto, aufgenommen von Dr. Dieter Hohl, zeigt einen der beiden Hybriden Aulonocara jacobfreibergi x Nimbochromis polystigma. In der Regel sind Hybriden blasser gefärbt als die Ausgangsarten. Keine Regel ohne Ausnahme, wie auf diesem Foto zu sehen ist. Aulonocara jacobfreibergi dürfte sich hier als Sneaker betätigt haben wie bereits hier im DCG-Magazin beschrieben.

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Eine verdorbene Zuchtlinie bei Copadichromis trewavasae „Lupingu”

Copadichromis trewavasae „Msisi” Copadichromis trewavasae „Msisi”, Detail Copadichromis trewavasae „Msisi”. Der untypische schwarze Streifen im weichstrahligen Teil der Rückenflosse fällt auf dem Foto kaum auf. Das Detailfoto der Rückenflosse zeigt das entscheidende Erkennungsmerkmal der Lokalform von Msisi: wenige winzige rote Punkte im weichstrahligen Teil der Rückenflosse der Männchen. Diese Punkte werden von keiner anderen Lokalform des Copadichromis trewavasae gezeigt.
Ein maulbrütendes Weibchen aus einer verdorbenen Zuchtlinie von Copadichromis trewavasae: Copadichromis trewavasae Aquarienmix Zum Vergleich ein Bild eines maulbrütenden Copadichromis trewavasae „Msisi”: Copadichromis trewavasae „Msisi”

Aus der Zierfischzucht Halle erhielt ich Jungfische von Copadichromis trewavasae „Msisi”. Es entwickelte sich nur ein Männchen, welches im weichstrahligen Teil der Rückenflosse einen artuntypischen schwarzen Streifen ausbildete, vielleicht eine spontane Mutation. Deshalb entschied ich mich, keinen Nachwuchs dieser Tiere aufzuziehen. Die Lokalform von Lupingu gilt als die attraktivste Form von Copadichromis trewavasae. Gängiger Handelsname von Copadichromis trewavasae ist Copadichromis mloto „Ivory Head” (Copadichromis mloto ist eine andere Art). Deshalb störte ich mich nicht weiter an „mloto” und entschied mich später für Jungfische, die unter der Bezeichnung »Copadichromis mloto „Ivory Head Lupingu”« von einem anderen Händler angeboten wurden. Die Weibchen waren silbriger als meine ehemaligen „Msisi”. Als sie sich einfärbten, kamen allmählich Zweifel und Enttäuschung auf. Sie blieben in der Farbe weit hinter meinen ehemaligen „Msisi” zurück. Die insgesamt schwache Ausfärbung und der artuntypische Rückenflossensaum des Männchens sprechen für Hybridisierung. Die Weibchen vieler dreigepunkteter Copadichromis-Arten können nur schwer unterschieden werden. Vermutlich wurde ein artfremdes Weibchen einer anderen dreigepunkteten Copadichromis -Art eingekreuzt, welches sich möglicherweise bereits unter den Wildfängen befand. Im See kommen Ansammlungen von dreigepunkteten Copadichromis unterschiedlicher Arten beim Planktonfressen vor.
In den Jahren um 2010 verfolgte ich via Internet das Auftauchen dieses verdorbenen Zuchtstammes in Foren in mehreren europäischen Ländern, u.a. Deutschland und Frankreich. Als ich später erneut Copadichromis trewavasae „Msisi” in der Zierfischzucht Halle erwerben wollte, teilte mir der Betreiber mit, dass er mehr als ein ganzes Jahr keinen einzigen Jungfisch von Copadichromis trewavasae „Msisi” verkaufen konnte, weshalb er seinen Zuchtstamm komplett verkauft hat.

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Ein Weibchen bei Aulonocara spec. „maleri” mit jacobfreibergi-Anteil?

Auf meiner Startseite stelle/stellte ich seit Jahren die Frage, ob meine Aulonocara spec. „maleri” wirklich Aulonocara spec. „maleri” sind/waren.

Nein, es sind keine richtigen Aulonocara spec. „maleri” gewesen!

Diese Gruppe Aulonocara spec. „maleri” enthält ein mischerbiges Weibchen (das Weibchen unten im Vordergrund). Elterngruppe mit einem mischerbigen Weibchen Dieses Weibchen von Aulonocara spec. „maleri” mit dem kleinen Zeichnungsdefekt ist mischerbig und Mutter der dann nachfolgend abgebildeten Jungfische. Mutter Sehr früh begann sich dieses Aulonocara-Mix-Männchen einzufärben: Aulonocara-Mix Aulonocara spec. malerimit auffällig starker Säumung der Rückenflosse, ca. 7,5 Monate alt. Aulonocara-Mix Aulonocara-Mix Dieses Aulonocara-Mix-Männchen zeigt rot in der Rücken- und Schwanzflosse: Aulonocara-Mix Dieses Aulonocara-Mix-Männchen im Hintergrund wird in der Rückenflosse orange: Aulonocara-Mix Dieses Aulonocara-Mix-Männchen würde unter Umständen als angefärbter "Eureka" durchgehen: Aulonocara-Mix Zum Vergleich nach diesen Mix-Männchen der Vater, man beachte die erheblich größere Farbintensität: Vater Zwei Aulonocara-Mix-Weibchen (mit sehr unterschiedlicher Kameraeinstellung): Aulonocara-Mix Aulonocara-Mix

Ich hatte nur wenige Bruten des ersten Weibchens aufgezogen, welches in der Streifung keinerlei Zeichnungsdefekte hatte. Der Rücklauf von Käufern der Nachkommen dieses Weibchens war stets positiv. Als es Zeit wurde, einen Generationswechsel durchzuführen, zog ich dann erstmals von meinem zweiten Weibchen, welches einen kleinen Zeichnungsdefekt in der Streifung hatte, Jungfische auf. Ich wollte einfach sehen, was in diesem Weibchen steckt und mir dann einwandfreie Jungfische zurück behalten. In dieser Brut gab es aber von Anfang an Auffälligkeiten. Ein Männchen begann extrem früh einzufärben und zeigte zudem einen überaus breiten und soliden Rückenflossensaum. Als die Tiere größer wurden, erlebte ich eine Schwankungsbreite und Merkmale in der Ausfärbung, die nicht zum Erscheinungsbild eines Aulonocara spec. „maleri” passen. Die Bilder sprechen eine klare Sprache. Aus den 80igern des letzten Jahrhunderts sind mir noch die berüchtigten dunklen fast schwarzen Hybriden Aulonocara jacobfreibergi x Aulonocara stuartgranti in Erinnerung. Auch hier im DCG-Magazin wird ein Hybrid unter Beteiligung von Aulonocara jacobfreibergi abgebildet. Wo könnte da was schief gegangen sein? Meine Tiere kamen aus einem großen Zuchtbetrieb. Dort werden 1-2 Arten pro Becken gehalten und zur Nachzucht gebracht. Die Jungfische bis zu einer Größe von ca. 3 cm befinden sich in zahlreichen kleinen Becken. Dann kommen sie in großvolumige Becken ca. 1mx1mx50cm, jeweils mit ca. 10-15 Arten besetzt. Wenn die Jungfische dann Verkaufsgröße haben, werden sie sortiert und wieder auf Becken mit 1-2 Arten verteilt. Es gibt mehrere Mitarbeiter. Damit kommen die Risikofaktoren Irrtum und Mißverständnis in der Kommunikation ins Spiel. Beispiel:„Setze die jacobfreibergi in das vorderste Becken!” a) das erste auf dem Weg? b) das erste vom Fenster aus? c) das erste an der Tür u.s.w.? Bei einem Fehler verraten sich die Männchen durch die Ausfärbung, aber wehe, die Weibchen sind nur schwer bis gar nicht unterscheidbar. Wenn dann ein Weibchen im falschen Zuchtbecken landet, gibt es Hybriden. Die Männchen verraten sich erneut, aber wehe, ein 50:50-Hybrid-Weibchen paart sich mit einem 100%-Männchen! In der Nachkommenschaft finden sich dann Tiere mit 50-100% genetischem Anteil der beabsichtigten Art und 0-50% genetischem Anteil der unbeabsichtigten Art. Dann sind solche Effekte wie in der Nachkommenschaft meines zweiten Weibchens möglich. Als diese Nachkommen bei mir in einem sehr hellen Becken quasi ohne Einrichtung waren, konnte ich in der Nachtfärbung (Licht an nach einer Stunde völliger Dunkelheit) sehen, dass die Tiere unterschiedlich stark von nicht vorhanden bis deutlich erkennbar eine etwas schwärzliche Färbung wie übergepudert zeigten. Durch Vermittlung eines Hobby-Züchters gingen sie zum Nulltarif den Weg in ein Aquarium, in dem nie Jungfische aufgezogen werden. Für das Männchen mit dem soliden Band in der Rückenflosse gab es sogar mehrere Interessenten, die genau diesen einen Fisch haben wollten. Die Abgabebezeichnung war selbstverständlich „Aulonocara-Mix”! Ich vermute, dass das zweite Weibchen einen geringen Prozentsatz Erbgut aus dem jacobfreibergi-Formenkreis hatte, evtl. von Aulonocara jacobfreibergi „Eureka”, der ersten Zuchtform eines Malawibuntbarsches überhaupt.

Ein befreundeter Hobbyzüchter erzählte mir glaubhaft, dass er Jungfische unter der Bezeichnung Aulonocara spec. „maleri” erwarb. Der Verkäufer fragte ihn, ob er züchten wolle. Auf sein „Ja” hin sagte der Verkäufer „Dann gebe ich Dir auch die passenden Weibchen”. Die Nachzucht ergab dunklen „Schrott”. Vorsätzlicher Betrug!

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Kategorien von Hybriden

Es gibt verschiedene Kategorien von Hybriden, Beispiele:

Deshalb sind Bezeichnungen wie „Aulonocara calico” (Zuchtform aus vermutlich Maylandia estherae x Aulonocara stuartgranti) oder „Sciaenochromis calico” (Zuchtform „Weißrücken-Ahli" des Sciaenochromis fryeri, dann Kreuzung „Aulonocara calico” x „Weißrücken-Ahli”===>„Sciaenochromis calico”) wissenschaftlich nicht korrekt und stellen lediglich Handelsbezeichnungen dar. Das Stabilisieren dieser Zuchtformen ist sehr aufwändig, so dass hohe Preise bei besonders schönen Stämmen der Hybrid-Zuchtformen absolut gerechtfertigt sind.

Eine Ursache für ungewollte Hybriden ist Namens-Wirrwar. Ein schönes Beispiel stellt die Gattung Maylandia dar. Da kann es passieren, dass der Unbedarfte glaubt, sich drei verschiedene Gattungen zu zulegen, um die Wahrscheinlichkeit von Hybridisierungen zu minimieren. Er kauft einen, der unter Pseudotropheus angeboten wird, einen angeblichen Metriaclima und einen Maylandia. Wenn er Pech hat, gehören dann alle drei Maylandia-Arten noch der selben Untergruppe innerhalb von Maylandia an. Der wissenschaftliche Fortschritt sorgt regelmäßig für Verwirrung unter Aquarianern, wenn z.B. aus einem Cynotilapia Microchromis, aus einem Teil der Pseudotropheus Maylandia, dann Metriaclima, dann wieder Maylandia wird.

In anderen Bereichen der Aquaristik besteht die Herausforderung darin, überhaupt die Tiere zur Nachzucht zu bringen und 3 mm „große” Jungfische groß zu bekommen. Bei 70 % aller Malawis ist es auch für Anfänger möglich, Jungfische zu erzielen und groß zu bekommen. Die Herausforderungen in der Zucht liegen bei diesen Fischen halt woanders. Wie schlecht diese Herausforderungen von sehr vielen gemeistert werden, zeigt die Schwemme an ungewollten Hybriden in den Verkaufsbecken. Und da es viele „Hauptsache-billig-bunt-Kunden” gibt, wird mit diesem züchterischen Schrott noch ordentlich Kohle gemacht. Wer hat in den letzten 25 Jahren einen ordentlichen „Pindani” gesehen? Die wenigsten, aber Pseudotropheus socolofi gehört zum Standard-Angebot.

Worauf kommt es dann an?

Man muß Entscheidungen treffen!
(Das gilt auch für Gelegenheitszuchten und Jungfische, die im Becken der Elterntiere durchkommen!)

Nun möchte der geneigte Leser genauso wie ich sich nicht auf ganz wenige Arten pro Becken beschränken. Was tun? Man hält die Arten in unterschiedlich alten Gruppen. Genau heute beim Schreiben dieses Satzes befinden sich exakt drei Arten im vermehrungsfähigen Alter in meinem Show-Becken. Eine vierte könnte bald soweit sein. Eine fünfte braucht noch erheblich Zeit. Bis dahin werden die jetzigen Alttiere mindestens einer von zwei Arten verkauft sein und durch eigene Nachzucht-Jungfische ersetzt sein oder auch nicht, wenn ich mir etwas neues anschaffen sollte. Meist verkaufe ich meine „Alttiere” mit 3-5 Jahren. Viele wollen sofort voll ausgefärbte Fische, so dass ich damit noch nie Probleme hatte. Selber kaufe ich bevorzugt Jungfische unter bzw. bis 5 cm Größe. Das hat mehrere Vorteile:

Mitunter sind so kleine Jungfische nicht erhältlich. Dann bleibt auch mir nur, größere zu kaufen.

Das Auftreten von Hybriden bei der Haltung und Vermehrung von Malawibuntbarschen ist keine Schande, der Umgang mit Hybriden häufig und viel zu oft sehr wohl!

(2014)

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