Protomelas fenestratus „Sani”

Protomelas fenestratus „Sani”Protomelas fenestratus „Sani” in der Balz, abgelaicht wurde in einer flachen Mulde, die sich etwas rechts außerhalb des Bildbereiches befand.

Protomelas fenestratus kommt seeweit vor, ist aber nirgends häufig anzutreffen. Er bevorzugt die Übergangszone, gelegentlich wird Protomelas fenestratus auch im sedimentreichen Felsbiotop angetroffen. Die Färbung der dominanten Männchen variiert nur wenig. Anders das Grundfarbmuster, welches sich bei den einzelnen Standortvarianten unterscheidet. Die Art zeigt praktisch die gleichen Pigmentierungsmuster wie Protomelas taeniolatus. Die Grundpigmentierungsmuster von Protomelas fenestratus an einer Stelle sind absolut identisch mit dem Grundpigmentierungsmuster von Protomelas taeniolatus einer anderen Stelle! Die dominanten Männchen des Protomelas fenestratus sind aber immer hellblauer als alle anderen Protomelas. Im Verhalten zeigt Protomelas fenestratus eine unverwechselbare Fressgewohnheit: Er bläst in das Substrat und legt damit seine bevorzugte Nahrung, kleine Wirbellose, frei. Protomelas fenestratus laicht in flachen Sandmulden ab. Protomelas taeniolatus hingegen besetzen einen Laichplatz auf Felsen. So wundert es nicht bei der leichten Verwechselbarkeit der Weibchen und uneingefärbten Männchen, dass einige Lokalformen von Protomelas taeniolatus als Protomelas fenestratus im Handel unterwegs sind. Deshalb setzen manche Händler zur eindeutigen Bezeichnung des Protomelas fenestratus ein „green face” hinzu. Auch Protomelas spec. „steveni taiwan” wird mitunter fälschlich als Protomelas fenestratus bezeichnet.

Protomelas fenestratusProtomelas fenestratus, ein altes Foto von 1991, ein Männchen einer Form mit unbekanntem Herkunftsort, die Ende der 80iger/Anfang der 90iger in der Aquaristik verbreitet war. Diese Form zeigte keine Eiflecke auf der Afterflosse. Das Grundfarbmuster war etwas stärker in Flecke aufgelöst als bei der Form von Sani. Leider besitze ich kein Foto eines Weibchens dieser Form.

Aquarium-Beobachtungen:

Im Aquarium ist Protomelas fenestratus meist ein recht ruhiger Bewohner. Das arttypische in-den-Sand-Blasen wird nur gezeigt, wenn es ruhig und entspannt im Becken zugeht. Bei der Fütterung frisst Protomelas fenestratus wie jeder andere Fisch. Wird das in-den-Sand-Blasen von einem Tier nie gezeigt, ist das ein ernst zu nehmender Hinweis, dass das betreffende Tier wahrscheinlich kein Protomelas fenestratus ist. Als Ablaichplatz wurde bei mir eine flache Mulde im Sand an der entlegensten Stelle des Aquariums angelegt. Protomelas fenestratus ist ein ruhiger und wenig durchsetzungsfähiger Nonmbuna. Protomelas spec. „steveni taiwan” sind deutlich durchsetzungsfähiger und Protomelas taeniolatus viel durchsetzungsfähiger als Protomelas fenestratus. Daraus ergiebt sich, dass man diese Art am besten mit anderen durchsetzungsschwachen carnivoren Arten der Gattungen Copadichromis, Aulonocara, Lethrinops oder Placidochromis vergesellschaften sollte. Absolut tabu sind alle anderen Protomelas einerseits wegen des Risikos ungewollter Kreuzungen, andererseits wird Protomelas fenestratus deren Territorialverhalten kaum auf Dauer gewachsen sein.

Geschlechtsunterschiede:

Bei dieser Art kann es schon mal etwas länger dauern, bis sich die Männchen einfärben und eindeutig von den Weibchen unterschieden werden können. Erste Hinweise auf Männlichkeit sind zugespitzte Rücken- und Afterflossen.

Protomelas fenestratus „Sani”Protomelas fenestratus „Sani”, kurz nach dem Ablaichen ist die Genitalpapille noch zu sehen.
Protomelas fenestratus „Sani”Protomelas fenestratus „Sani”, das Weibchen hat seine Jungen entlassen, bewacht diese und ist territorial. Das Grundfarbmuster verblasst dann genauso wie bei territorialen Männchen. Es gibt Hinweise, dass die Weibchen des Protomelas fenestratus die Jungfische noch bis zu vier Wochen nach dem erstmaligen Freisetzen pflegen. Nach fünf Tagen Brutpflege nach dem erstmaligen Freisetzen habe ich das Weibchen wieder in das große Becken gesetzt, um Schwierigkeiten bei der Eingliederung in die Beckengemeinschaft zu vermeiden.
Protomelas fenestratus „Sani”Protomelas fenestratus „Sani”, m, auf diesem Foto ist gut zu erkennen, woher der Beiname „green face” kommt.
Protomelas fenestratus „Sani”Protomelas fenestratus „Sani”, m, nicht territorial, aber imponierend.
Protomelas fenestratus „Sani”Protomelas fenestratus „Sani”, maulbrutpflegendes Weibchen.
Protomelas fenestratus „Sani”Protomelas fenestratus „Sani”, zwei Jungfische.
Protomelas fenestratus „Sani”Protomelas fenestratus „Sani”, balzendes territoriales Männchen.
Protomelas fenestratus „Sani”
Protomelas fenestratus „Sani”, m, ungeblitztes Foto.

(2012)

Literatur:

Ad Konings "Malawicichliden in ihrem natürlichen Lebensraum", dritte Auflage, deutschsprachige Ausgabe, www.cichlidpress.com 2001
Ad Konings "Atlas der MalawiseeCichliden", zweiter Band, bede-Verlag 1996

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