dies und das

Hier beschreibe ich Sachen, so als Sammelsurium, was mir so als Malawist im Laufe der Jahrzehnte untergekommen ist. Dabei geht es überwiegend um eigene Erfahrungen und eigene Meinungen. Jemand anders kann ohne weiteres andere Erfahrungen gemacht haben und anderer Meinung sein. Auf dieser Seite:

Die allerwichtigste Frage am Anfang:

Welcher ist der schönste Malawibuntbarsch?

Die erschöpfende Antwort: Die schönste Art ist die, deren Männchen ein Revier besetzt hat und bei der wenigstens ein artgleiches Weibchen Laichansatz hat und kurz vor dem Ablaichen steht.

(2016)

Die Unpaarflossen von Männchen sind spitz und die der Weibchen immer rund?

Meist ist es so, aber nicht immer:
Petrotilapia microgalana „Nkhata Bay” Petrotilapia microgalana „Nkhata Bay”, (m), gängiger Handelsname ist Petrotilapia spec. "small Nkhata Bay", bleibt im Unterschied zum normalen Petrotilapia microgalana, Handelsname Petrotilapia spec. "small blue", weitgehend gelb. Es legt sich nur ein leichter Blauglanz mehr oder weniger über den Körper und die unpaaren Flossen. Kaum zu glauben, aber war: das Foto zeigt zwei Männchen. Aus einer Gruppe von fünf Tieren, ein sicheres Männchen + vier vermutliche Weibchen, haben sich alle zu Männchen entwickelt. Groß genug für die Genitalpapillen-Methode zur Bestimmung von Weibchen und Männchen, bestätigte sich, was das Verhalten vermuten ließ. So gut wie kein Balzverhalten und kaum innerartliche Auseinandersetzungen ließen mich schon vorher länger vermuten, dass es sich um einen Männerclub handelte.

(6/2016)

Pflanzen im Malawibecken?

Mit Ausnahme von flachen Buchten mit Bewuchs von Vallisnerien kommen höhere Pflanzen im Malawisee so gut wie nie vor. Das verleitet schnell dazu, ein Aquarium für Malawibuntbarsche ohne Pflanzen einzurichten. Statt dessen türmen sich dann oft zentnerweise Gesteinsbrocken, oft nach dem „Bühnenprinzip”. Dabei wird von der Rückwand ausgehend ein großer Gesteinsaufbau aufgeschichtet mit freiem Schwimmraum davor. Der Haken an der Sache - dominante territoriale Männchen können leicht den übersichtlichen freien Raum kontrollieren und alle anderen Tiere unter Druck setzen. Wenn dann noch mit groben Brocken oder großen Flocken gefüttert wird, holt sich der Dominante einen sehr hohen Futteranteil mit dem Risiko, dass er sich überfrisst. Das kann unter Umständen lebensbedrohlich werden, wenn Hexamita oder Spironucleus sich übermäßig im Darm des betreffenden Tieres vermehren. Problematisch kann auch sein, wenn in den Tiefen des Steinaufbaus ein Tier verendet und der Aquarianer es unter Umständen erst merkt, wenn sich eine „Fettschicht” an der Wasseroberfläche bildet. Unübersichtlichkeit aus Fischsicht heißt das Zauberwort für erfolgreiche Haltung von Malawiseebuntbarschen! Um das zu erreichen, gibt es mehrere Dinge, die man ausnutzen kann. Hohe Besatzdichte gehört dazu, Schaffung von Sichtblenden und eine Einrichtung mit Pflanzen. Der größte Wert der Bepflanzung besteht in seiner sichtmindernden Wirkung ohne Reviertauglichkeit. Alle Tiere müssen bei Beunruhigung ein Versteck erreichen können, was nicht heißt, dass jeder Fisch ein Versteck für sich alleine haben muß. Mit dem folgenden Foto möchte ich eine erprobte Variante für ein ausschließlich mit durchsetzungsstärkeren Mbuna besetztes Becken beschreiben.
Einrichtungsbeispiel
Links außerhalb des Bildbereiches befindet sich die Technik. Dann folgt ein umschwimmbarer Aufbau aus fränkischem Lochgestein, drei große Brocken auf dem Boden, ein großer darübergeschichtet, bewachsen von einer großen Anubias. In der Mitte von der Rückwand ausgehend befindet sich ein weiterer mehrstöckiger Aufbau aus fränkischem Lochgestein, ebenfalls bewachsen von Anubias. Davor ist eine Reihe flacher Platten aufgeschichtet, die bis zum linken großen Aufbau reicht und auf denen Microsorum pteropus wächst. Rechts befindet sich ein dritter Aufbau aus fränkischem Lochgestein, ebenfalls umschwimmbar mit Anubias als Bewuchs. Links hinten befinden sich Vallisnerien und rechts hinten Cryptocorynen zwischen den drei großen Aufbauten. Besetzt ist mit 10 Maylandia zebra „Thumbi West”, 10 Tropheops sp. „yellow/yellow Gallileya Reef” (= Tropheops sp. „macrophthalmus chitimba Gallireya Reef”), 14 Iodotropheus sprengerae „Makokola” in allen Größen und 12 Labeotropheus fuelleborni „Makanjila red top” in allen Größen. Die Gesamtzahl der erwachsenen Fische beträgt 31. Es gibt natürlich auch Arten im Malawisee, die jegliche Bepflanzung als Nahrung betrachten. Ein Beispiel dafür wäre der Otopharynx tetrastigma. Der frißt auch so scheußlich schmeckende Sachen wie Microsorum pteropus. Da gibt es dann selbstverständlich Grenzen für die Machbarkeit von Bepflanzung.

(1/2017)

Diffusor, Strömungspumpe und Co.

Das ein pH-Wert zwischen 7,5 und 8,0 für unsere Malawibuntbarsche auf Dauer zwingend notwendig ist, wissen wir Malawisten alle. Gern wird dabei der pH durch kräftigen Kohlendioxid-Austrieb per Strömungspumpe oder mittels Diffusor hoch getrieben. Bei einer Karbonathärte KH 5 ist da immerhin ein pH 8,0 zu schaffen, wenn sich nur noch 1,5 mg/l CO2 im Wasser befinden. Auf den ersten Blick scheint alles Bestens. Dem ist aber keineswegs so. Der fundamentale biochemische Unterschied zwischen Algen und höheren Wasserpflanzen liegt in der Fähigkeit der Algen zur biogenen Entkalkung. Algen können sich im Gegensatz zu höheren Wasserpflanzen den benötigten Kohlenstoff bei CO2-Mangel aus Calciumhydrogencarbonat holen unter Ausfällung von Calciumcarbonat. Das geht einher mit einer Erhöhung des pH. Der Malawist freut sich über den hohen pH-Wert, übersieht dabei aber, dass unter diesen Bedingungen entsprechend dem Nährstoff- und Lichtangebot Algen besser wachsen als höhere Pflanzen. Das können dann sehr fest sitzende und obendrein hässliche dunkle Algen sein. Durch kräftigen Kohlendioxid-Austrieb entstehen Verhältnisse ähnlich einem schnell fließenden Fließgewässer. Höhere Pflanzen kommen unter diesen Bedingungen nicht vor, wohl aber besonders fest sitzende Algenbeläge. Was also tun, um sein Malawibuntbarsch-Becken nicht zu einer Pinselalgenzucht o.ä. werden zu lassen?
An der Nutzung eines höheren KH-Wertes führt kein Weg vorbei. Mit KH 11 und pH 7,5 kommt man auf 10,4 mg/l CO2 und damit in den Bereich, wo sich die Bedingungen zugunsten höherer Pflanzen verschieben. Mit KH 14 und pH 7,6 erreicht man ebenfalls reichlich 10 mg/l CO2. Höhere Karbonathärten sind wiederum nicht empfehlenswert, da bei noch höherer Karbonathärte die Nährstoffaufnahme höherer Pflanzen bereits behindert werden kann. Das Mittel der Wahl zur Erhöhung der Karbonathärte bei weichem Ausgangswasser ist Natriumhydrogencarbonat.
(11/2017)

Begrünung ja, aber wie?

Keine Lust mehr auf nackte Steine? Nur, wie geht man am besten vor, wenn ein ursprünglich pflanzenfreies Malawi-Becken begrünt werden soll? Oft wird sich die Frage stellen, ob das Licht überhaupt ausreichend ist und auch die Frage, ob der Besatz das Grünzeug in Ruhe läßt. Die billigste Möglichkeit ist der Beginn mit Microsorum pteropus. Dieser Farn braucht nicht viel Licht und schmeckt besonders scheußlich. In den 60igern des letzten Jahrhunderts freuten sich die Aquarianer, endlich eine Pflanze gefunden zu haben, die nicht ausgewühlt werden kann und von den meisten Cichliden in Ruhe gelassen wird. Ein paar Stauden oben auf den Steinaufbauten befestigen und schauen, ob sich der Farn entwickelt. Ein Tipp zur Befestigung: Statt mühevolles Aufbinden wie in den 60igern einfach winzige Klekse eines Klebers auf Basis von Cyanacrylat nutzen. Der Name „Cyanacrylat” klingt gefährlicher, als er ist. Wenn der Farn wächst und gedeiht und sich innerhalb eines halben Jahres ordentlich wachsende Stauden bilden, kann man als nächsten Schritt großblättrige Anubias einsetzen. Auch diese fixiert man am besten mit Cyanacrylat-Kleber. Und wieder heißt es beobachten, ob die Anubias sich gut entwickeln. Trotz ihrer Härte kann es vorkommen, dass die frischen Blätter abgefressen werden. Es ist weiter alles Bestens? Dann kann man sich noch einen weiteren Schritt vorwagen: Cryptocoryne aponogetifolia. Diese Pflanze muß im Kies verankert werden, schiebt sehr lange an der Oberfläche flutende Blätter und hat einen höheren Nährstoffbedarf. Sie sorgt für schattige Verhältnisse im Becken und als Betrachter schaut man in der Hauptsache auf ein Bündel Blattstiele. Das ist nicht jedermanns Sache, meine inzwischen auch nicht mehr. Eine Art fehlt noch: Vallisneria gigantea. Vallisnerien-Felder gibt es auch im Malawi-See. Vallisneria gigantea wird ebenfalls im Kies verankert. Für rasches Anwachsen hilft es, die Wurzeln etwas zurück zu schneiden.
Wer den hier skizzierten Weg des allmählichen Aufbaus der Bepflanzung geht, hält auch die Risiken gering, Geld unnütz auszugeben, was man lieber in Fische investiert hätte. Druck auf die Pflanzen entsteht oft auch dadurch, dass der Belag von den Blättern abgeweidet wird. Je nach Intensität und Bezahnung kann das durchaus zum Zusammenbruch des Bestandes einer Pflanzenart führen. Wer überwiegend omnivore und eher carnivore Arten wie z.B. Labidochromis caeruleus oder Aulonocara pflegt, hat gute Erfolgschancen bei der Begrünung seines Malawi-Beckens. Schwierig wird es mit Aufwuchsfressern und Arten mit hohem Anteil an pflanzlicher Nahrung. Auch da ist Erfolg möglich, wenn die Pflanzen stärker wachsen als sie von den Cichliden beeinträchtigt werden. Außerdem gibt es noch Gurke, Spirulina etc., was viel lieber gefressen wird....
(12/2017)

Mbuna versus Nonmbuna

Zitat aus Descriptions of five new species of Metriaclima (Teleostei: Cichlidae) from Lake Malaŵi, Africa JAY R. STAUFFER JR., KRISTIN BLACK & ADRIANUS F. KONINGS:

„Lake Malaŵi is well known for its endemic, small, rock-dwelling haplochromine cichlid fishes known as mbuna. Although Joyce et al. (2011) found that they were not unequivocally resolved as a monophyletic group within the Lake Mala ŵ i species flock, Genner & Turner (2012) showed support for their monophyly. Morphologically, they are characterized by the possession of many small scales in the chest region with an abrupt transition to larger scales on the flank, a reduced left ovary (Trewavas 1935; Fryer 1959), and a relatively small number of true ocelli in the anal fin (Oliver & Arnegard 2010).”

Übersetzung in etwa: „Der Malawisee ist bekannt für seine endemischen, kleinen felsbewohnenden haplochrominen Cichliden, die als Mbuna bekannt sind. Joyce et al. (2011) fanden heraus, dass sie nicht eindeutig als monophyletische Gruppe im Artenschwarm des Malawisees identifiziert werden können. Genner & Turner (2012) unterstützen ihre Monophylie. Morphologisch sind sie durch den Besitz vieler kleiner Schuppen im Brustbereich mit einem abrupten Übergang zu größeren Schuppen auf der Flanke, einem reduzierten linken Eierstock (Trewavas 1935; Fryer 1959) und einer relativ kleinen Anzahl echter Eiflecke in der Afterflosse (Oliver & Arnegard 2010) charakterisiert.

Interessant! Genau gelesen steht da lediglich, dass der See für seine felsbewohnenden Mbuna bekannt ist, was nicht heißt, dass Mbuna nur in felsigen Biotopen vorkommen. Und es steht da auch nichts über bevorzugte Ernährungsweisen oder für Mbuna typische Verhaltensmuster. Es gibt Aquarianer, die meinen, aus der Zugehörigkeit zur Gruppe der Mbuna oder zur Gruppe der Nonmbuna irgendwelche Haltungsgrundsätze ableiten zu können. Es ist natürlich völliger Unsinn, aus der Anzahl der Eiflecke, einem reduzierten linken Eierstock oder einem abrupten Übergang von kleinen zu großen Schuppen irgendwelche Haltungsanforderungen ableiten zu wollen. Mit Ausnahme des Freiwassers leben in allen Biotopen des Malawisees sowohl Mbuna als auch Nonmbuna. Einzig das Freiwasser wird nur von Nonmbuna besiedelt. Omnivore, herbivore, limnivore und carnivore Arten gibt es sowohl unter den Mbuna als auch unter den Nonmbuna.

(2/2018)

Wie anfangen?

Der Einstieg in die aquaristische Malawicichlidenwelt wurde bereits oft beschrieben, in der Regel aus der subjektiven Sicht des Verfassers. Das ist völlig korrekt. Eine objektive gibt es halt nicht, da alles irgenwo relativ ist und jedes Aquarium eine Individualität besitzt, selbst wenn man zwei exakt gleichgroße Becken nebeneinander identisch einrichtet. Nach einem halben Jahr wird man feststellen, dass sich beide Becken unterschiedlich entwickelt haben. Nun, ich beschreibe einfach mal mein allererstes Malawibuntbarschbecken.

1983, mein erstes Becken

1983 war ich bereits weit von meinem Einstieg in die Aquaristik entfernt. Es lagen immerhin 16 Jahre Aquarienpraxis hinter mir. Erfahrungen hatte ich bereits mit Guppys, Maroni-Buntbarschen (Cleithracara maronii), verschiedenen Salmler- und Barbenarten, mit wildfarbenen Apistogramma cacatuoides, Astatotilapia burtoni und Telmatochromis bifrenatus. Für letztgenannte hatte ich in meinem Uralt-80-l-Rahmenaquarium kunstvoll drei-etagige Schieferhöhlen aus waagerecht aufgeschichteten Platten gebaut, so dass die fünf Telmatochromis bifrenatus sich bei Bedarf sehr gut aus dem Weg gehen konnten. Das Rahmenaquarium war ein Opfer des Rostes geworden und so mußte in der DDR-Mangelwirtschaft was anderes her. Das 1983 in meinem neuen Wohnort erworbene Becken war ganze 60 cm lang, 35 cm hoch und 30 cm tief. In der Front- und Rückscheibe waren ca. 8 mm große mit Silikon zugesetzte Bohrungen. Ursprünglich sollten das wahrscheinlich Scheiben für irgendein Möbelstück werden. Ein Malawi-Becken sollte es werden für zwei Arten mit Endgröße um die 7 cm in der Natur. Die Rechnung war einfach: 60 cm Beckenlänge durch 10 ergibt eine Maximalgröße für die zu pflegenden Fische von 6 cm. Wenn die betreffenden Arten im Aquarium etwas kleiner als in der Natur bleiben, sollte alles in Ordnung sein. Mir war das grandiose Scheitern eines Bekannten mit Melanochromis auratus bekannt. Also mußte ich mir etwas wegen der zu erwartenden Aggressivität einfallen lassen. Die Lösung waren die Schieferplatten, senkrecht gestellt und mit kräftigen Steinen fixiert, und weiteren Platten, die an die Seiten- und die Rückscheibe gelehnt wurden. Komplettiert wurde das Ganze mit frei treibendem Quellmoos, einem Heizstab und einem Schwamminnenfilter. Das Schwierigste war natürlich der Besatz. Es zogen 3/1 Perlen von Likoma (Pseudotropheus joanjohnsonae) und 1/3 Kobalt-Orange-Buntbarsche(Pseudotropheus johannii) ein. Wie es der Verkäufer damals bei einer Größe der Jungfische von ca. 3-3,5 cm geschafft hat, mir die einzig unter solchen Verhältnissen funktionierende Geschlechterzusammensetzung aus den Verkaufsbecken heraus zu fangen, ist mir bis heute ein Rätsel. In dieser Zusammensetzung lebte diese Gruppe bis 1987 in dem Becken. Es gab kaum Verletzungen! Es gab keine Ausfälle!
Diese Beschreibung meines ersten Malawi-Beckens empfehle ich ausdrücklich NICHT zur Nachahmung!
Um 1987 hatte ich an meinem neuen Wohnort genug Beziehungen aufgebaut, so dass nach und nach immer mehr und größere Becken einzogen. Die Wende hat mich dann kalt erwischt. Ich saß auf einer Menge Protomelas fenestratus. Kein Mensch im Osten interessierte sich zu jener Zeit groß für Aquarienfische und so kam was kommen mußte: Mit dem Wachstum der Jungfische wurde es im Jungfischbecken enger und enger. Irgendwann schlug ein Hauttrüber zu, Totalverlust innerhalb von drei Tagen....Erst um 2007/2008 herum verließen wieder einige Jungfische meine Aquarien.

(12/2017)

Sollte ich mir besser keine Malawis anschaffen?

Wenn auch nur eine Frage mit „nein” oder „Das will ich nicht” beantwortet wird, sollte man sich keine Malawibuntbarsche anschaffen!

(12/2017)

Mehrere Vorschläge zur Vergesellschaftung für den Einstieg

Blau - Rot - Gelb findet man oft auf der Wunschliste. Für die Vergesellschaftung ist das wenig bis gar nicht relevant. Es spielen eher unterschiedliche Form oder unterschiedliche hell/dunkel-Färbung eine Rolle. So gibt es Arten, bei denen kontrastreiche Färbung Dominanz signalisiert, bei anderen hingegen genau das Gegenteil. Die Durchsetzungsfähigkeit steht an erster Stelle, gefolgt von den Ernährungsansprüchen und den Ansprüchen an die Einrichtung, wie z.B. großer Schwimmraum bei manchen Arten, bei anderen das Vorhandensein von Höhlen, bei anderen möglicherweise das von Steinaufbauten, bei anderen Arten möglicherweise feiner Sandboden. Die folgenden Vorschläge berücksichtigen bis zu einem gewissen Grad das Thema „Blau - Rot - Gelb”, wenn alle anderen Aspekte nach meiner Erfahrung passen. Dabei unterscheide ich zwischen Aquaristik-Einsteigern und Malawibuntbarsch-Einsteigern, welche bereits so wie ich bei meinem Malawi-Einstieg über solide aquaristische Fähigkeiten verfügen.

Beckenlänge 150 cm, ca. 400 l

Eine solide Größe mit vielen Möglichkeiten! Es können kleinere Nonmbuna gepflegt werden und die meisten aquaristisch gängigen Mbuna.

Beckenlänge 120 cm, ca. 300 l

An Nonmbuna gibt es bei dieser Beckengröße nur noch sehr wenig Auswahl. Von einigen Aulonocara abgesehen, bleiben durch die Endgrößen praktisch nichts anderes als Mbuna übrig. Damit landet man automatisch bei kleineren Mbuna, von denen allerdings die durchsetzungstarken Arten in der Regel auch nicht auf Dauer gehalten werden können.

Beckenlänge 100 cm, ca. 200 l

Dieser Vorschlag richtet sich ausschließlich an erfahrene Malawibuntbarschfreunde, die einfach nicht mehr Platz zur Verfügung haben. Es ist die absolute Unterkante für eine langfristig erfolgreiche Haltung von Malawibuntbarschen, es kommen nur wenige Arten in Frage. Bei versteckreicher und stark gegliederter Einrichtung kann man entweder einen größeren Trupp einer Art oder eine Vergesellschaftung von zwei klein bleibenden Arten realisieren. Zur Auswahl stehen folgende Arten:

Es empfielt sich, von einer der beiden erstgenannten Arten eine große Gruppe einzusetzen, und von einer der anderen Arten ein Männchen mit großem Harem, insgesamt ca. 12-16 Stück. Die beiden in Frage kommenden Standortformen von Iodotropheus sprengerae sind äußerst rar und so gut wie nie erhältlich.

(12/2017)

Einfahren eines komplett neu eingerichteten Aquariums

Das Einfahren eines völlig neu eingerichteten Aquariums wird oftmals zu einer über Wochen hingezogenen Zeremonie gemacht und dann kommt es mitunter trotzdem zu einem starken Anstieg von Nitrit. Nach meiner Erfahrung kommt es darauf an, die organische Belastung nur ganz allmählich und langsam zu steigern.

Wenn die Fische in dieser Zeit Unwohlsein zeigen, den Nitritgehalt prüfen. Solange der nicht droht, in lebensbedrohliche Höhen anzusteigen, das Problem einfach aussitzen. Wenn eine lebensbedrohliche Höhe des Nitritgehaltes droht, werden großvolumige Wasserwechsel nötig. Bei mir gab es mit dem Einfahren eines komplett neu eingerichteten Aquariums noch nie große Probleme. Ein wichtiger Hinweis: Bei Nitritvergiftung verlangsamen sich die Lebensäußerungen der Fische, es tritt allmählich Bewegungsstarre ein und die Tiere sterben mit weit aufgerissenem Maul, weil die Muskulatur Energie zur Entspannung braucht, die nicht kommt. Da durch Nitrit die innere Atmung (Zellatmung) blockiert wird, endet Nitritvergiftung mit stark angespannter Muskulatur. Wie immer bei Vergiftungen sind alle Tiere einer Art gleichermaßen betroffen. Diese detailierte Beschreibung soll vor allem zur Abgrenzung zu anderen Ursachen von Verlusten in der ersten Zeit nach Neueinrichtung dienen.

(1/2018)

HMF versus Motorfilter

Jedes Malawibuntbarschaquarium braucht eine ordentliche Filterung. In der Hauptsache stehen zwei Systeme zur Verfügung, einmal der Hamburger Mattenfilter (HMF) und zum anderen mechanische Schnellfiltersysteme. Aus meiner Sicht empfehlen sich Motorfilter besser für Aquarien mit Bodengrund. Der Bodengrund verfügt über eine immense innere Oberfläche, so dass er sehr gut als „biologischer Filter” arbeiten kann, der nicht übermäßig vermulmen sollte. Motorfilter sollten wöchentlich gereinigt werden, denn der Dreck muß raus. Motorfilter müssen nicht automatisch Filtertöpfe sein. Auch große Innenfilter zu zweit oder zu dritt sind eine gute Lösung, bei der es keinen Totalausfall der Filterung geben kann und Auslaufsicherheit besteht. Betreibt man hingegen ein Becken ohne Bodengrund, bietet sich der Hamburger Mattenfilter (HMF) an. Bedenken sollte man, dass auch der HMF von Zeit zu Zeit sanft gereinigt werden muß. Filterkörper, egal ob aus Motorfilter oder HMF, dürfen nur mit Wasser, das Aquarientemperatur hat oder kühler ist, gereinigt werden. Sonst sind besonders beim HMF böse Überraschungen in Bezug auf Nitrit möglich. Für die Reinigung bietet sich besonders das Abwasser beim Wasserwechsel an. Da beim HMF keine größere wöchentliche Entfernung von Mulm erfolgt, müssen die Teilwasserwechsel größer ausfallen als mit Motorfilter.

(2/2018)

Cyrtocara moorii - Mindestbeckenlänge 100 cm?

„Cichliden: Pflege, Herkunft und Nachzucht der wichtigsten Buntbarscharten” von Jo in't Veen, Falken-Verlag 1984, Seite 56/57:

Haplochromis moorii. Für Für diese Art gilt der eingangs erwähnte Gattungsname Cyrtocara sicher: Sie wurde vom Autor (BOULENGER, 1902) zum Gattungstyp bestimmt....Er kann in der Natur bis etwa 20 cm lang werden, doch bleibt er im Aquarium meist 4-6 cm im Wachstum zurück. Man soll nicht in zu kleinen Behältern pflegen und daher keinen Behälter unter 100 cm Länge wählen...”

100 cm für Endgröße 20 cm ??? Heute geht man von mindestens 600 l verteilt auf wenigstens 180 cm Beckenlänge als Mindestgröße für das Aquarium bei der Haltung dieser Art aus. Wie ist es möglich, dass ein Cichliden-Kenner solch eine Angabe zur Mindestgröße eines Aquariums für den Cyrtocara moorii machte? Damals war es ein gängiger Erfahrungswert, dass die Fische im Aquarium ca. ¼ bis ⅓ kleiner bleiben als in der freien Natur. Man kaufte kleine Jungfische und die „wuchsen in das Aquarium hinein”. Um so kleiner das Becken, um so kleiner blieben sie. Als Nahrung standen im Wesentlichen getrocknete Wasserflöhe und Teichfutter zur Verfügung. Mit „Teichfutter” ist nicht der Gartenteich gemeint, sondern das, was man im Kescher hat, wenn man selber Futter fängt. „Industriefraß” gab es zumindest in der DDR noch nicht. Heute erreichen Malawibuntbarsche im Aquarium nicht selten das 1⅓-fache der natürlichen Größe. Von vielen Aquarianern wird in der Hauptsache „Hauptfutter” gefüttert. Naturnahes Futter wird von vielen nur noch selten gefüttert, mitunter auch aus Angst vor eingeschleppten Parasiten. Das Ergebnis sind die gleichen Erscheinungen wie beim industriell ernährten Menschen, nur mit dem Unterschied, das Fische zeitlebens in der Länge wachsen, Menschen nach Schließen der Wachstumsfugen nur noch im Körpergewicht. Die Ursachen sind sicherlich vielfältig. In der Diskussion sind z.B. eine Schädigung des Mikrobioms durch Antbiotika und Konservierungsstoffe. Auch Salicylate könnten eine Rolle spielen. Immerhin ist Natriumsalicylat als Konservierungsstoff weder deklarationspflichtig noch mengenbeschränkt. In der Nutztierhaltung ist es für die Anwendung als Mastbeschleuniger verboten, was durch dessen Zulässigkeit als Antibiotika-Ersatz natürlich so gut wie nicht kontrollierbar ist. Wer sich gemäß WHO ernährt (5x Gemüse/Obst pro Tag), schaufelt große Mengen an Salicylaten in den Körper. Das ist nur eine winzige Anregung für eigene Überlegungen, wenn der eigene BMI nur eine Richtung kennt: nach oben. Andere Anregungen zur Selbstfindung wären z.B. „Eiweißzusammensetzung von tierischer Kost im physiologischen Optimum im Unterschied zu pflanzlicher” oder „Fettsäurezusammensetzung von tierischen Fetten im physiologischen Optimum im Unterschied zu pflanzlichen” u.s.w.. Wo soll der Körper mit dem Rest hin? Zurück zu den Fischen: Meine eigene Beobachtung besagt, dass meine Nachzuchten kein Turbo-Wachstum auszeichnet, hingegen meist bessere Ausfärbung als die Elterntiere. Das war bei meinen Malawibuntbarschen nicht immer so. Zu den Zeiten, als ich überwiegend Trockenfutter gab, hatte auch ich gigantomanische Labidochromis caeruleus „Yellow” und Copadichromis borleyi „Kadango red fin”.....folgend (m)eine:

(1/2017)

Kleine (Frost-)Futterkunde

Cyclops

Die meisten Arten von Cyclops sind Filtrierer. Ihr Darm enthält dadurch meist große Algenmengen. Nach ihrem Tod verdauen sie sich selbst innerhalb kurzer Zeit durch ihre eigenen Verdauungsenzyme. Das macht sie zu einem erstklassigen Fischnährtier, da die Fische nur wenig Energie benötigen, um an die in ihnen enthaltenen Nährstoffe zu kommen. Dadurch sind sie als Aufzuchtfutter für Jungfische unschlagbar. Durch den hohen Gehalt an Carotinoiden sorgen sie auch für sehr gute Ausfärbung. Cyclops enthalten ca. 8,6% Eiweiß und 2,5% Fett.

Daphnia

Daphnien sind bedeutend nährstoffärmer als Cyclops. Sie enthalten lediglich ca. 2,5% Eiweiß und 0,7% Fett. Damit ist ihr Nährstoffgehalt für im Wachstum und in der Fortpflanzung befindliche Fische nicht ausreichend. Ihr Darm ist stets mit Algen prall gefüllt. Das macht sie zur „Geheimwaffe” auf zweierlei Art. Man kann sie als Reduktionskost für verfettete Fische nutzen und man kann sie als „Transportmittel” für Algen nutzen bei Arten mit hohem Anteil an pflanzlicher Nahrung.

Weiße Mückenlarven

Weiße Mückenlarven haben eine gute Resistenz gegen Verdauungsenzyme. Deshalb werden sie von kleinen Fischen häufig unverdaut wieder ausgeschieden. Für größere Buntbarsche sind sie hingegen gut geeignet. Sie enthalten ca. 5,2% Eiweiß und etwa 0,75% Fett.

Schwarze Mückenlarven

Schwarze Mückenlarven enthalten ca. 10,5% Eiweiß und etwa 4% Fett. Nach meiner Beobachtung fördern Schwarze Mückenlarven bei vielen Malawibuntbarschen den Laichansatz.

Von der Verfütterung von Roten Mückenlarven und Tubifex rate ich ab. Sie kommen häufig aus stark belasteten Gewässern. Gelegentlich verfüttere ich Mysis und Krill. Den größten Nahrungsanteil stellen bei mir die Cyclops, gefolgt von Mückenlarven und gefolgt von Daphnia, dar. Trockenfutter kommt nur in geringen Mengen zum Einsatz. Dabei bevorzuge ich ein spirulinahaltiges Granulat mit ca. 36 % Eiweiß, dass ich mit der billigsten Kaffeemühle auf die gewünschte Konsistenz zerkleinere. Damit vermeide ich in der Hauptsache das Überfressen von großen dominanten Männchen. Malawibuntbarsche sind grundsätzlich anfällig für Darminfekte durch Überfressen. Deshalb ist es besser, mehrmals am Tag geringe Mengen zu füttern als nur eine große Hauptmahlzeit. Bei längerer Abwesenheit kommen Futterautomaten zum Einsatz mit besonders fein gemahlenem Granulat. Kleine in Entwicklung befindliche Fische sind dann im Vorteil gegenüber den großen. Die Dosierung erfolgt dabei mehrmals am Tag ÄUSSERST SPARSAM.
Bevorzugte pflanzliche Kost ist bei meinen Fischen Salatgurke. Auch Wasserlinsen eignen sich gut. Aber Vorsicht: Wasserlinsen eignen sich für die Abwasserreinigung! Sie dürfen nicht aus belasteten Gewässern stammen. Wer Angst vor dem Einschleppen von Parasiten hat, kann sie im Tiefkühlfach einfrieren und anschließend wieder auftauen.

Tip:
Beim Verfüttern von Frostfutter benutze ich zwei Methoden:
a) Mit der Hand oder einer Pinzette gehalten im Aquariumwasser rühren. Nachteilig ist, dass das Tauwasser in's Becken gelangt.
b) Einen kleinen Kescher mit einem Damenfüssling bespannen und das Frostfutter unter fließendem Wasser durchspülen. Nachteilig ist das fummelige Aufnähen des Damenfüsslings auf den Kescher. Auch ein Artemiasieb kann gute Dienste leisten.

(1/2017)

Wieviel ist genug?

Generell gilt „Um so gehaltvoller das Futter - um so geringer die Menge”. Bei Trockenfutter kann es sehr hilfreich sein, eine Portion in einem Wasserglas eine Stunde einzuweichen. Da bekommt man eine Vorstellung davon, wie viel das wirklich ist. Hungrig sollte der Bauch zwischen den Bauchflossen und der Afterflosse leicht eingefallen sein. Nach der Fütterung sollte dieser Bereich nur leicht gewölbt sein. Durch das diskontinuierliche Nahrungsangebot im Aquarium fressen Malawibuntbarsche so viel, wie hinein passt, so dass sie sich völlig überfressen, wenn man füttert, bis sie nichts mehr aufnehmen. Die Folge sind dann unweigerlich Darminfekte, die nicht selten tödlich ausgehen. „Satt” sind Malawibuntbarsche im Aquarium praktisch nie. Deshalb müssen wir als Halter die Menge regeln. Am Beispiel der folgenden Fotos von Iodotropheus sprengerae „Makokola” bzw. Iodotropheus declivitas „Makokola” deute ich an, welche Zustände nach meiner Erfahrung im grünen Bereich bzw. wünschenswert aus meiner Sicht sind.

Iodotropheus sprengerae ( Iodotropheus declivitas )Dieses Männchen ist im Prinzip randvoll. So voll ist nur mit Kleinkrebsen wie Daphnia oder Cyclops im grünen Bereich. Eine derartige Füllung mit Trockenfutter kann sehr schnell problematisch werden.
Iodotropheus sprengerae ( Iodotropheus declivitas )Dieses maulbrütende Weibchen hat die wünschenswerte Statur für einen hungrigen Malawibuntbarsch.
Iodotropheus sprengerae ( Iodotropheus declivitas ), JungfischeSo voll wie der Jungfisch in der Mitte ist nur mit Frostfutter und nur bei Jungfischen erlaubt. Diese Leibesfülle regelmäßig bei einem erwachsenen Malawibuntbarsch nach der Fütterung wäre ein Garant für Probleme.
Übrigens, auch bei mir kommt es immer mal vor, dass ich eine halbe Stunde nach der eigentlichen Fütterung noch geringfügig etwas nachfüttere...

(1/2017)

Aulonocara spec. „türkis”

Es handelt sich um eine recht alte Zuchtform, die im ursprünglichen Erscheinungsbild wahrscheinlich kaum noch erhältlich oder sogar ausgestorben ist. Am Besten läßt sich die Färbung des ursprünglichen Aulonocara spec. „türkis” beschreiben mit Grundfarbe bräunlich, dazu hellblaue Glanzflecken auf den Schuppen, je nach Lichteinfall/Beleuchtung mit einem schwachen touch ins grünliche, Kopf und unpaare Flossen mit diesem hellbläulichen Glanz überlagert. Die Weibchen sind bräunlich, wenig Zeichnung in den unpaaren Flossen.
Es gibt die Meinung, dass diese Zuchtform durch einen Gendefekt aus dem Aulonocara stuartgranti „Chilumba” entstanden ist. Dann müßte der Gendefekt auch mit dem Wegfall von Rot in der Schwanzflosse und dem Wegfall der Eiflecke verbunden sein. Außerdem sahen meine Weibchen nicht gerade wie ein A.-st.-"Chilumba"-Weibchen aus. Die beiden Bilder weiter unten wurden 2007 mit einer Consumerkompaktknipse (Modelljahr 2004) aufgenommen. Typisch für diese Geräte war die Farbverstärkung, um auf damaligen Consumer-Anzeigegeräten eine ordentliche Wiedergabe zu erzielen. Auf heutigen Geräten kommen diese alten Fotos oft sehr farbverstärkt herüber, besonders, wenn als Anzeigegerät die Produkte einer bestimmten Firma verwendet werden, deren Besitzer in der Regel die Anzeige beschreiben mit „Die Farben kommen irgendwie frischer herüber - sieht alles irgendwie besser aus”.
Der Verkäufer, bei denen ich meine Tiere gekauft hatte, erzählte was von "Ostasien-Zuchtform". Was richtig ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht Gendefekt beim "Chilumba", aufgetreten in Ostasien, erstmals in Dtl. verbreitet durch den Stadl oder vielleicht auch MalTaVi? Hier nun die beiden Fotos aus meinem digitalen Bildarchiv, Aulonocara spec. "türkis", keinerlei Rottöne, keine angedeutete orange Schulter, keine Eiflecke, keine farbliche Nachbearbeitung der Fotos, aufgenommen mit einer Consumerkompaktknipse Modelljahr 2004:
Aulonocara spec. „türkis” Aulonocara spec. „türkis”

(2016)

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Tropheops spec. „mauve yellow”, ein Name - zwei Arten?

Tropheops spec. „mauve yellow” erwies sich bei mir als eine sich absolut unerwartet verhaltende Art.
Tropheops spec. „mauve yellow” Tropheops spec. „mauve yellow”, Weibchen 1, welches mit Männchen 2 nicht ablaichte.
Tropheops spec. „mauve yellow” Tropheops spec. „mauve yellow”, Weibchen 2, welches von Männchen 2 nur äußerst selten angebalzt wurde.
Ich erwarb quasi als Spontankauf fünf Nachzuchttiere, nachdem ich WF dieser Art gesehen hatte. Zwei waren deutlich größer, Männchen 1 und Weibchen 1, die anderen drei erheblich kleiner. Aus den kleineren entwickelten sich Männchen 2 und 3 sowie Weibchen 2. Die Überprüfung der Genitalpapillen der Tiere hatte ein eindeutiges Ergebnis gebracht.
In den meisten Herkunftsgebieten zwischen Manda und Lupingu finden sich mit 90% überwiegend Männchen mit hohem Blau-Anteil und lediglich 10% mit hohem Gelb-Anteil. Bei Magunga ist das Verhältnis genau umgekehrt, überwiegend Männchen mit hohem Gelb-Anteil, und die Populationsdichte ist dort am höchsten. Die Weibchen der verschiedenen Herkunftsgebiete können nicht unterschieden werden. Um so merkwürdiger ist es laut Händleraussage, dass nicht jedes Männchen mit jedem Weibchen ablaicht.
Zu den einzelnen Tieren: Männchen 1 erwies sich als äußerst anfällig für Darminfekte. Nach dem Sommerurlaub war es nicht mehr auffindbar. In der kurzen Zeit von drei Monaten bis dahin hatte es zwei Darminfekte. Kein weiteres Tier, weder Artgenossen noch andere Beckenbewohner mußten in der Zeit behandelt werden. Das größere Weibchen 1 hat abgelaicht OHNE Beteiligung eines Männchens. Entsprechend schnell war der Laich verschwunden, noch bevor ein Foto entstand. Weibchen 1 wurde recht aggressiv. Es besetzte ein Nahrungsrevier, welches besonders bei der Fütterung vehement gegen jeden Fisch verteidigt wurde. Männchen 2 hatte nie Weibchen 1 angebalzt und kam bei Laichansatz dieses Weibchens nicht in Fahrt. Angebalzt wurde von ihm auch so gut wie nie Weibchen 2. Männchen 3 war meist submissiv. Bemerkenswert ist die Beschwichtigungsfärbung, die zeitweilig noch intensiver als auf dem betreffenden Foto gezeigt wird.
Normalerweise hat man bei Malawibuntbarschen eher das Problem, dass es zu unerwünschten Hybridisierungen kommt. Dass innerhalb einer Art bei Malawibuntbarschen nicht mit einem vorhandenen revierbesitzenden Partner abgelaicht wird und dieser bei Laichansatz seines Weibchens nicht in Stimmung kommt, wäre für mich neu. Tropheops ist eine sehr artenreiche Gattung, von der bis zu sieben Arten an ein und der selben Stelle im See sympatrisch vorkommen. Vielleicht gehörten meine Tiere zwei verschiedenen Arten an, die nach menschlichem Ermessen nicht unterschieden werden können? Oder vielleicht doch? Mir fällt auf, dass die Anzahl der stimmungsabhängig gezeigten Streifen in einem sehr großen Bereich von 5 bis ca. 9 schwankt. Alle Weibchen waren 9-streifig, Männchen 1 hatte 9-10 Streifen und Männchen 2 und 3 hatten nur 5-6 Streifen.
Tropheops spec. „mauve yellow” Tropheops spec. „mauve yellow”, Männchen 3, welches von Männchen 2 immer mal unter Druck gesetzt wurde. Tropheops spec. „mauve yellow” Mit dieser Färbung wurde es von Männchen 2 nicht behelligt und durfte sich dann auch in dessen Revier bewegen.

(2016)

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