dies und das

Hier beschreibe ich Sachen, so als Sammelsurium, was mir so als Malawist im Laufe der Jahrzehnte untergekommen ist. Dabei geht es überwiegend um eigene Erfahrungen und eigene Meinungen. Jemand anders kann ohne weiteres andere Erfahrungen gemacht haben und anderer Meinung sein. Auf dieser Seite:

Die allerwichtigste Frage am Anfang:

Welcher ist der schönste Malawibuntbarsch?

Die erschöpfende Antwort: Die schönste Art ist die, deren Männchen ein Revier besetzt hat und bei der wenigstens ein artgleiches Weibchen Laichansatz hat und kurz vor dem Ablaichen steht.

(2016)

Die Unpaarflossen von Männchen sind spitz und die der Weibchen immer rund?

Meist ist es so, aber nicht immer:
Petrotilapia microgalana „Nkhata Bay” Petrotilapia microgalana „Nkhata Bay”, (m), gängiger Handelsname ist Petrotilapia spec. "small Nkhata Bay", bleibt im Unterschied zum normalen Petrotilapia microgalana, Handelsname Petrotilapia spec. "small blue", weitgehend gelb. Es legt sich nur ein leichter Blauglanz mehr oder weniger über den Körper und die unpaaren Flossen. Kaum zu glauben, aber war: das Foto zeigt zwei Männchen. Aus einer Gruppe von fünf Tieren, ein sicheres Männchen + vier vermutliche Weibchen, haben sich alle zu Männchen entwickelt. Groß genug für die Genitalpapillen-Methode zur Bestimmung von Weibchen und Männchen, bestätigte sich, was das Verhalten vermuten ließ. So gut wie kein Balzverhalten und kaum innerartliche Auseinandersetzungen ließen mich schon vorher länger vermuten, dass es sich um einen Männerclub handelte.

(6/2016)

Pflanzen im Malawibecken?

Mit Ausnahme von flachen Buchten mit Bewuchs von Vallisnerien kommen höhere Pflanzen im Malawisee so gut wie nie vor. Das verleitet schnell dazu, ein Aquarium für Malawibuntbarsche ohne Pflanzen einzurichten. Statt dessen türmen sich dann oft zentnerweise Gesteinsbrocken, oft nach dem „Bühnenprinzip”. Dabei wird von der Rückwand ausgehend ein großer Gesteinsaufbau aufgeschichtet mit freiem Schwimmraum davor. Der Haken an der Sache - dominante territoriale Männchen können leicht den übersichtlichen freien Raum kontrollieren und alle anderen Tiere unter Druck setzen. Wenn dann noch mit groben Brocken oder großen Flocken gefüttert wird, holt sich der Dominante einen sehr hohen Futteranteil mit dem Risiko, dass er sich überfrisst. Das kann unter Umständen lebensbedrohlich werden, wenn Hexamita oder Spironucleus sich übermäßig im Darm des betreffenden Tieres vermehren. Problematisch kann auch sein, wenn in den Tiefen des Steinaufbaus ein Tier verendet und der Aquarianer es unter Umständen erst merkt, wenn sich eine „Fettschicht” an der Wasseroberfläche bildet. Unübersichtlichkeit aus Fischsicht heißt das Zauberwort für erfolgreiche Haltung von Malawiseebuntbarschen! Um das zu erreichen, gibt es mehrere Dinge, die man ausnutzen kann. Hohe Besatzdichte gehört dazu, Schaffung von Sichtblenden und eine Einrichtung mit Pflanzen. Der größte Wert der Bepflanzung besteht in seiner sichtmindernden Wirkung ohne Reviertauglichkeit. Alle Tiere müssen bei Beunruhigung ein Versteck erreichen können, was nicht heißt, dass jeder Fisch ein Versteck für sich alleine haben muß. Mit dem folgenden Foto möchte ich eine erprobte Variante für ein ausschließlich mit durchsetzungsstärkeren Mbuna besetztes Becken beschreiben.
Einrichtungsbeispiel
Links außerhalb des Bildbereiches befindet sich die Technik. Dann folgt ein umschwimmbarer Aufbau aus fränkischem Lochgestein, drei große Brocken auf dem Boden, ein großer darübergeschichtet, bewachsen von einer großen Anubias. In der Mitte von der Rückwand ausgehend befindet sich ein weiterer mehrstöckiger Aufbau aus fränkischem Lochgestein, ebenfalls bewachsen von Anubias. Davor ist eine Reihe flacher Platten aufgeschichtet, die bis zum linken großen Aufbau reicht und auf denen Microsorum pteropus wächst. Rechts befindet sich ein dritter Aufbau aus fränkischem Lochgestein, ebenfalls umschwimmbar mit Anubias als Bewuchs. Links hinten befinden sich Vallisnerien und rechts hinten Cryptocorynen zwischen den drei großen Aufbauten. Besetzt ist mit 10 Maylandia zebra „Thumbi West”, 10 Tropheops sp. „yellow/yellow Gallileya Reef” (= Tropheops sp. „macrophthalmus chitimba Gallireya Reef”), 14 Iodotropheus sprengerae „Makokola” in allen Größen und 12 Labeotropheus fuelleborni „Makanjila red top” in allen Größen. Die Gesamtzahl der erwachsenen Fische beträgt 31. Es gibt natürlich auch Arten im Malawisee, die jegliche Bepflanzung als Nahrung betrachten. Ein Beispiel dafür wäre der Otopharynx tetrastigma. Der frißt auch so scheußlich schmeckende Sachen wie Microsorum pteropus. Da gibt es dann selbstverständlich Grenzen für die Machbarkeit von Bepflanzung.

(1/2017)

Cyrtocara moorii - Mindestbeckenlänge 100 cm?

„Cichliden: Pflege, Herkunft und Nachzucht der wichtigsten Buntbarscharten” von Jo in't Veen, Falken-Verlag 1984, Seite 56/57:

Haplochromis moorii. Für Für diese Art gilt der eingangs erwähnte Gattungsname Cyrtocara sicher: Sie wurde vom Autor (BOULENGER, 1902) zum Gattungstyp bestimmt....Er kann in der Natur bis etwa 20 cm lang werden, doch bleibt er im Aquarium meist 4-6 cm im Wachstum zurück. Man soll nicht in zu kleinen Behältern pflegen und daher keinen Behälter unter 100 cm Länge wählen...”

100 cm für Endgröße 20 cm ??? Heute geht man von mindestens 600 l verteilt auf wenigstens 180 cm Beckenlänge als Mindestgröße für das Aquarium bei der Haltung dieser Art aus. Wie ist es möglich, dass ein Cichliden-Kenner solch eine Angabe zur Mindestgröße eines Aquariums für den Cyrtocara moorii machte? Damals war es ein gängiger Erfahrungswert, dass die Fische im Aquarium ca. ¼ bis ⅓ kleiner bleiben als in der freien Natur. Man kaufte kleine Jungfische und die „wuchsen in das Aquarium hinein”. Um so kleiner das Becken, um so kleiner blieben sie. Als Nahrung standen im Wesentlichen getrocknete Wasserflöhe und Teichfutter zur Verfügung. Mit „Teichfutter” ist nicht der Gartenteich gemeint, sondern das, was man im Kescher hat, wenn man selber Futter fängt. „Industriefraß” gab es zumindest in der DDR noch nicht. Heute erreichen Malawibuntbarsche im Aquarium nicht selten das 1⅓-fache der natürlichen Größe. Von vielen Aquarianern wird in der Hauptsache „Hauptfutter” gefüttert. Naturnahes Futter wird von vielen nur noch selten gefüttert, mitunter auch aus Angst vor eingeschleppten Parasiten. Das Ergebnis sind die gleichen Erscheinungen wie beim industriell ernährten Menschen, nur mit dem Unterschied, das Fische zeitlebens in der Länge wachsen, Menschen nach Schließen der Wachstumsfugen nur noch im Körpergewicht. Die Ursachen sind sicherlich vielfältig. In der Diskussion sind z.B. eine Schädigung des Mikrobioms durch Antbiotika und Konservierungsstoffe. Auch Salicylate könnten eine Rolle spielen. Immerhin ist Natriumsalicylat als Konservierungsstoff weder deklarationspflichtig noch mengenbeschränkt. In der Nutztierhaltung ist es für die Anwendung als Mastbeschleuniger verboten, was durch dessen Zulässigkeit als Antibiotika-Ersatz natürlich so gut wie nicht kontrollierbar ist. Wer sich gemäß WHO ernährt (5x Gemüse/Obst pro Tag), schaufelt große Mengen an Salicylaten in den Körper. Das ist nur eine winzige Anregung für eigene Überlegungen, wenn der eigene BMI nur eine Richtung kennt: nach oben. Andere Anregungen zur Selbstfindung wären z.B. „Eiweißzusammensetzung von tierischer Kost im physiologischen Optimum im Unterschied zu pflanzlicher” oder „Fettsäurezusammensetzung von tierischen Fetten im physiologischen Optimum im Unterschied zu pflanzlichen” u.s.w.. Wo soll der Körper mit dem Rest hin? Zurück zu den Fischen: Meine eigene Beobachtung besagt, dass meine Nachzuchten kein Turbo-Wachstum auszeichnet, hingegen meist bessere Ausfärbung als die Elterntiere. Das war bei meinen Malawibuntbarschen nicht immer so. Zu den Zeiten, als ich überwiegend Trockenfutter gab, hatte auch ich gigantomanische Labidochromis caeruleus „Yellow” und Copadichromis borleyi „Kadango red fin”.....folgend (m)eine:

(1/2017)

Kleine (Frost-)Futterkunde

Cyclops

Die meisten Arten von Cyclops sind Filtrierer. Ihr Darm enthält dadurch meist große Algenmengen. Nach ihrem Tod verdauen sie sich selbst innerhalb kurzer Zeit durch ihre eigenen Verdauungsenzyme. Das macht sie zu einem erstklassigen Fischnährtier, da die Fische nur wenig Energie benötigen, um an die in ihnen enthaltenen Nährstoffe zu kommen. Dadurch sind sie als Aufzuchtfutter für Jungfische unschlagbar. Durch den hohen Gehalt an Carotinoiden sorgen sie auch für sehr gute Ausfärbung. Cyclops enthalten ca. 8,6% Eiweiß und 2,5% Fett.

Daphnia

Daphnien sind bedeutend nährstoffärmer als Cyclops. Sie enthalten lediglich ca. 2,5% Eiweiß und 0,7% Fett. Damit ist ihr Nährstoffgehalt für im Wachstum und in der Fortpflanzung befindliche Fische nicht ausreichend. Ihr Darm ist stets mit Algen prall gefüllt. Das macht sie zur „Geheimwaffe” auf zweierlei Art. Man kann sie als Reduktionskost für verfettete Fische nutzen und man kann sie als „Transportmittel” für Algen nutzen bei Arten mit hohem Anteil an pflanzlicher Nahrung.

Weiße Mückenlarven

Weiße Mückenlarven haben eine gute Resistenz gegen Verdauungsenzyme. Deshalb werden sie von kleinen Fischen häufig unverdaut wieder ausgeschieden. Für größere Buntbarsche sind sie hingegen gut geeignet. Sie enthalten ca. 5,2% Eiweiß und etwa 0,75% Fett.

Schwarze Mückenlarven

Schwarze Mückenlarven enthalten ca. 10,5% Eiweiß und etwa 4% Fett. Nach meiner Beobachtung fördern Schwarze Mückenlarven bei vielen Malawibuntbarschen den Laichansatz.

Von der Verfütterung von Roten Mückenlarven und Tubifex rate ich ab. Sie kommen häufig aus stark belasteten Gewässern. Gelegentlich verfüttere ich Mysis und Krill. Den größten Nahrungsanteil stellen bei mir die Cyclops, gefolgt von Mückenlarven und gefolgt von Daphnia, dar. Trockenfutter kommt nur in geringen Mengen zum Einsatz. Dabei bevorzuge ich ein spirulinahaltiges Granulat mit ca. 36 % Eiweiß, dass ich mit der billigsten Kaffeemühle auf die gewünschte Konsistenz verkleinere. Damit vermeide ich in der Hauptsache das Überfressen von großen dominanten Männchen. Malawibuntbarsche sind grundsätzlich anfällig für Darminfekte durch Überfressen. Deshalb ist es besser, mehrmals am Tag geringe Mengen zu füttern als nur eine große Hauptmahlzeit. Bei längerer Abwesenheit kommen Futterautomaten zum Einsatz mit besonders fein gemahlenem Granulat. Kleine in Entwicklung befindliche Fische sind dann im Vorteil gegenüber den großen. Die Dosierung erfolgt dabei mehrmals am Tag ÄUSSERST SPARSAM.
Bevorzugte pflanzliche Kost ist bei meinen Fischen Salatgurke. Auch Wasserlinsen eignen sich gut. Aber Vorsicht: Wasserlinsen eignen sich für die Abwasserreinigung! Sie dürfen nicht aus belasteten Gewässern stammen. Wer Angst vor dem Einschleppen von Parasiten hat, kann sie im Tiefkühlfach einfrieren und anschließend wieder auftauen.

Tip:
Beim Verfüttern von Frostfutter benutze ich zwei Methoden:
a) Mit der Hand oder einer Pinzette gehalten im Aquariumwasser rühren. Nachteilig ist, dass das Tauwasser in's Becken gelangt.
b) Einen kleinen Kescher mit einem Damenfüssling bespannen und das Frostfutter unter fließendem Wasser durchspülen. Nachteilig ist das fummelige Aufnähen des Damenfüsslings auf den Kescher.

(1/2017)

Wieviel ist genug?

Generell gilt „Um so gehaltvoller das Futter - um so geringer die Menge”. Bei Trockenfutter kann es sehr hilfreich sein, eine Portion in einem Wasserglas eine Stunde einzuweichen. Da bekommt man eine Vorstellung davon, wie viel das wirklich ist. Hungrig sollte der Bauch zwischen den Bauchflossen und der Afterflosse leicht eingefallen sein. Nach der Fütterung sollte dieser Bereich nur leicht gewölbt sein. Durch das diskontinuierliche Nahrungsangebot im Aquarium fressen Malawibuntbarsche so viel, wie hinein passt, so dass sie sich völlig überfressen, wenn man füttert, bis sie nichts mehr aufnehmen. Die Folge sind dann unweigerlich Darminfekte, die nicht selten tödlich ausgehen. „Satt” sind Malawibuntbarsche im Aquarium praktisch nie. Deshalb müssen wir als Halter die Menge regeln. Am Beispiel der folgenden Fotos von Iodotropheus sprengerae „Makokola” bzw. Iodotropheus declivitas „Makokola” deute ich an, welche Zustände nach meiner Erfahrung im grünen Bereich bzw. wünschenswert aus meiner Sicht sind.

Iodotropheus sprengerae ( Iodotropheus declivitas )Dieses Männchen ist im Prinzip randvoll. So voll ist nur mit Kleinkrebsen wie Daphnia oder Cyclops im grünen Bereich. Eine derartige Füllung mit Trockenfutter kann sehr schnell problematisch werden.
Iodotropheus sprengerae ( Iodotropheus declivitas )Dieses maulbrütende Weibchen hat die wünschenswerte Statur für einen hungrigen Malawibuntbarsch.
Iodotropheus sprengerae ( Iodotropheus declivitas ), JungfischeSo voll wie der Jungfisch in der Mitte ist nur mit Frostfutter und nur bei Jungfischen erlaubt. Diese Leibesfülle regelmäßig bei einem erwachsenen Malawibuntbarsch nach der Fütterung wäre ein Garant für Probleme.
Übrigens, auch bei mir kommt es immer mal vor, dass ich eine halbe Stunde nach der eigentlichen Fütterung noch geringfügig etwas nachfüttere...

(1/2017)

Aulonocara spec. „türkis”

Es handelt sich um eine recht alte Zuchtform, die im ursprünglichen Erscheinungsbild wahrscheinlich kaum noch erhältlich oder sogar ausgestorben ist. Am Besten läßt sich die Färbung des ursprünglichen Aulonocara spec. „türkis” beschreiben mit Grundfarbe bräunlich, dazu hellblaue Glanzflecken auf den Schuppen, je nach Lichteinfall/Beleuchtung mit einem schwachen touch ins grünliche, Kopf und unpaare Flossen mit diesem hellbläulichen Glanz überlagert. Die Weibchen sind bräunlich, wenig Zeichnung in den unpaaren Flossen.
Es gibt die Meinung, dass diese Zuchtform durch einen Gendefekt aus dem Aulonocara stuartgranti „Chilumba” entstanden ist. Dann müßte der Gendefekt auch mit dem Wegfall von Rot in der Schwanzflosse und dem Wegfall der Eiflecke verbunden sein. Außerdem sahen meine Weibchen nicht gerade wie ein A.-st.-"Chilumba"-Weibchen aus. Die beiden Bilder weiter unten wurden 2007 mit einer Consumerkompaktknipse (Modelljahr 2004) aufgenommen. Typisch für diese Geräte war die Farbverstärkung, um auf damaligen Consumer-Anzeigegeräten eine ordentliche Wiedergabe zu erzielen. Auf heutigen Geräten kommen diese alten Fotos oft sehr farbverstärkt herüber, besonders, wenn als Anzeigegerät die Produkte einer bestimmten Firma verwendet werden, deren Besitzer in der Regel die Anzeige beschreiben mit „Die Farben kommen irgendwie frischer herüber - sieht alles irgendwie besser aus”.
Der Verkäufer, bei denen ich meine Tiere gekauft hatte, erzählte was von "Ostasien-Zuchtform". Was richtig ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht Gendefekt beim "Chilumba", aufgetreten in Ostasien, erstmals in Dtl. verbreitet durch den Stadl oder vielleicht auch MalTaVi? Hier nun die beiden Fotos aus meinem digitalen Bildarchiv, Aulonocara spec. "türkis", keinerlei Rottöne, keine angedeutete orange Schulter, keine Eiflecke, keine farbliche Nachbearbeitung der Fotos, aufgenommen mit einer Consumerkompaktknipse Modelljahr 2004:
Aulonocara spec. „türkis” Aulonocara spec. „türkis”

(2016)

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Tropheops spec. „mauve yellow”, ein Name - zwei Arten?

Tropheops spec. „mauve yellow” erwies sich bei mir als eine sich absolut unerwartet verhaltende Art.
Tropheops spec. „mauve yellow” Tropheops spec. „mauve yellow”, Weibchen 1, welches mit Männchen 2 nicht ablaichte.
Tropheops spec. „mauve yellow” Tropheops spec. „mauve yellow”, Weibchen 2, welches von Männchen 2 nur äußerst selten angebalzt wurde.
Ich erwarb quasi als Spontankauf fünf Nachzuchttiere, nachdem ich WF dieser Art gesehen hatte. Zwei waren deutlich größer, Männchen 1 und Weibchen 1, die anderen drei erheblich kleiner. Aus den kleineren entwickelten sich Männchen 2 und 3 sowie Weibchen 2. Die Überprüfung der Genitalpapillen der Tiere hatte ein eindeutiges Ergebnis gebracht.
In den meisten Herkunftsgebieten zwischen Manda und Lupingu finden sich mit 90% überwiegend Männchen mit hohem Blau-Anteil und lediglich 10% mit hohem Gelb-Anteil. Bei Magunga ist das Verhältnis genau umgekehrt, überwiegend Männchen mit hohem Gelb-Anteil, und die Populationsdichte ist dort am höchsten. Die Weibchen der verschiedenen Herkunftsgebiete können nicht unterschieden werden. Um so merkwürdiger ist es laut Händleraussage, dass nicht jedes Männchen mit jedem Weibchen ablaicht.
Zu den einzelnen Tieren: Männchen 1 erwies sich als äußerst anfällig für Darminfekte. Nach dem Sommerurlaub war es nicht mehr auffindbar. In der kurzen Zeit von drei Monaten bis dahin hatte es zwei Darminfekte. Kein weiteres Tier, weder Artgenossen noch andere Beckenbewohner mußten in der Zeit behandelt werden. Das größere Weibchen 1 hat abgelaicht OHNE Beteiligung eines Männchens. Entsprechend schnell war der Laich verschwunden, noch bevor ein Foto entstand. Weibchen 1 wurde recht aggressiv. Es besetzte ein Nahrungsrevier, welches besonders bei der Fütterung vehement gegen jeden Fisch verteidigt wurde. Männchen 2 hatte nie Weibchen 1 angebalzt und kam bei Laichansatz dieses Weibchens nicht in Fahrt. Angebalzt wurde von ihm auch so gut wie nie Weibchen 2. Männchen 3 war meist submissiv. Bemerkenswert ist die Beschwichtigungsfärbung, die zeitweilig noch intensiver als auf dem betreffenden Foto gezeigt wird.
Normalerweise hat man bei Malawibuntbarschen eher das Problem, dass es zu unerwünschten Hybridisierungen kommt. Dass innerhalb einer Art bei Malawibuntbarschen nicht mit einem vorhandenen revierbesitzenden Partner abgelaicht wird und dieser bei Laichansatz seines Weibchens nicht in Stimmung kommt, wäre für mich neu. Tropheops ist eine sehr artenreiche Gattung, von der bis zu sieben Arten an ein und der selben Stelle im See sympatrisch vorkommen. Vielleicht gehörten meine Tiere zwei verschiedenen Arten an, die nach menschlichem Ermessen nicht unterschieden werden können? Oder vielleicht doch? Mir fällt auf, dass die Anzahl der stimmungsabhängig gezeigten Streifen in einem sehr großen Bereich von 5 bis ca. 9 schwankt. Alle Weibchen waren 9-streifig, Männchen 1 hatte 9-10 Streifen und Männchen 2 und 3 hatten nur 5-6 Streifen.
Tropheops spec. „mauve yellow” Tropheops spec. „mauve yellow”, Männchen 3, welches von Männchen 2 immer mal unter Druck gesetzt wurde. Tropheops spec. „mauve yellow” Mit dieser Färbung wurde es von Männchen 2 nicht behelligt und durfte sich dann auch in dessen Revier bewegen.

(2016)

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