Maylandia spec. „elongatus Chewere”
(Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere”)

Wenn man in die Händlerlisten schaut, wird man diese Art in der Regel unter der Bezeichnung Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” finden. Der Grund dafür findet sich darin, dass sehr gestreckte Mbuna früher im Pseudotropheus-elongatus-Artenkomplex eingeordnet wurden. Mittlerweile verteilen sie sich je nach Schädelbau auf die Gattungen Pseudotropheus (die meisten), Maylandia (einige) und Tropheops (wenige). Das natürliche Vorkommen dieser Art beschränkt sich auf auf ein Riff nahe der Ortschaft Chewere, wo er in erheblicher Zahl auftritt. Wäre der Maylandia spec. „elongatus Chewere” bereits wissenschaftlich beschrieben und erfaßt, würde er mit Sicherheit als „gefährdet” in der Roten Liste geführt werden.

Maylandia spec. „elongatus Chewere” ( Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” )Maylandia spec. „elongatus Chewere”, (m), kein Zweifel möglich, Fressen im 90-Grad-Winkel, das kann nur ein Maylandia sein.

Aquarium-Beobachtungen:

Im Aquarium erweist sich Maylandia spec. „elongatus Chewere” als ein Bewohner mit erheblicher innerartlicher Aggressivität. Die "elongatus Chewere" sind in der Durchsetzungsfähigkeit dabei in etwa auf gleicher Höhe wie Maylandia spec. „daktari”. Man hat es mit den "elongatus Chewere" allerdings insgesamt etwas leichter als mit Maylandia spec. „daktari”, da sie genüber anderen Arten toleranter als untereinander sind. Für Becken unter 150 cm würde ich die Art nicht empfehlen. Gut macht sich bei dieser Art Haremshaltung, wobei der Harem nicht zu klein sein sollte. In großen Becken ist natürlich auch Gruppenhaltung mit mehreren Männchen denkbar, dann aber wirklich große Gruppen. Bei mir gab es auch häufig Auseinandersetzungen zwischen den Weibchen, wobei es auffallend oft zu Maulzerren kam. Weiße Mäuler kamen da recht oft vor. Auch wechselte relativ oft die Rangfolge je nach maulbrutbedingtem Ernährungszustand der Weibchen. Flossenverletzungen kamen nur selten vor. Selbst maulbrütende Weibchen schreckten nicht vor Auseinandersetzungen zurück. Den "elongatus Chewere" sieht man nicht allzu oft beim Abweiden von Algenbelägen, aber wenn, dann im 90-Grad-Winkel zum Substrat. Vergesellschaftet werden kann die Art mit den durchsetzungsfähigeren Mbuna, z.B. Maylandia aus anderen Artengruppen innerhalb von Maylandia wie Kobalt-Zebras (u.a. M. esterae), „große Zebra” (u.a. M. fainzilberi, M. spec. „zebra chilumba”) und mit Maylandia spec. „daktari”. Weitere Möglichkeiten sind Cynotilapia, Melanochromis (bei passendem Nahrungsspektrum), durchsetzungsfähige Labidochromis, auch Petrotilapia, Tropheops und Labeotropheus fuelleborni. Von der Vergesellschaftung mit allen Aulonocara und den meisten Non-Mbuna rate ich ab, auch von den „Leisetretern” unter den Mbuna wie Labidochromis caeruleus. Tabu ist die Vergesellschaftung mit Maylandia spec. „elongatus Chailosi”, mit dem der "elongatus Chewere" vermutlich nahe verwandt, möglicherweise sogar artgleich ist.

Geschlechtsunterschiede:

Bei dieser Art ist das ein Thema! Auch junge Weibchen können stimmungsabhängig sehr dunkel und blau daher kommen. Erschwerend kommt dazu, dass auch die Weibchen recht spitze Unpaarflossen haben und in der Regel auch ein bis zwei deutlich sichtbare Eiflecke. Der Unterschied älterer Weibchen zu submissiven Männchen kann so gut wie nicht sichtbar sein. Mir ist das zum Verhängnis geworden, da ich so unfreiwillig zum Besitzer von genau zwei Männchen wurde, der denkbar schlechtesten Konstellation, was auf Dauer nicht gut ging.

Szenen einer Auseinandersetzung zwischen zwei Weibchen

Maylandia spec. „elongatus Chewere” ( Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” ) Imponieren mit T-Stellung

Maylandia spec. „elongatus Chewere” ( Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” ) Kreisschwimmen

Maylandia spec. „elongatus Chewere” ( Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” ) Maulzerren, wobei zwangsläufig die Bezahnung Spuren hinterläßt

Maylandia spec. „elongatus Chewere” ( Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” ) Imponieren in Antiparallel-Stellung, allmählich erkennbar, wer als Siegerin hervor gehen wird. Auch gut sichtbar, dass auch das Maul der potentiellen Siegerin mittlerweile lädiert ist. Bei diesen Bildern ist sehr gut zu sehen, zu welch intensiver Färbung die Weibchen dieser Art in der Lage sind!!!

Maylandia spec. „elongatus Chewere” ( Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” )Maylandia spec. „elongatus Chewere”, (w), kurz vor dem Freisetzen des Nachwuchses. Die Bauchlinie spricht Bände, wie stark die Maulbrut an der Substanz der Weibchen bei Malawibuntbarschen zerren kann.
Maylandia spec. „elongatus Chewere” ( Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” )Maylandia spec. „elongatus Chewere”, (w), oben submissiv, unten eher dominant.

Maylandia spec. „elongatus Chewere” ( Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” )Maylandia spec. „elongatus Chewere”, Jungfische.

Maylandia spec. „elongatus Chewere” ( Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” )In versteckreichen Becken kommen immer mal einige Jungfische durch.

Maylandia spec. „elongatus Chewere”, Weibchen Maylandia spec. „elongatus Chewere”, ein junges Weibchen, auf Grund der kräftigen Ausfärbung glaubte ich, ein Männchen vor mir zu haben. Es wurde abgelaicht und das vermeintliche Männchen brütete, im folgenden Bild nur schwer erkennbar wegen des dunklen Hintergrundes, in den folgenden Bildern dafür umso besser erkennbar. Maylandia spec. „elongatus Chewere” Maylandia spec. „elongatus Chewere” Maylandia spec. „elongatus Chewere”

Maylandia spec. „elongatus Chewere” ( Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” )Maylandia spec. „elongatus Chewere”, (m), Nr 1.

Maylandia spec. „elongatus Chewere” ( Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” )Maylandia spec. „elongatus Chewere”, (m), Nr 2.

Maylandia spec. „elongatus Chewere” ( Pseudotropheus spec. „elongatus Chewere” )Maylandia spec. „elongatus Chewere”, (m), mein letztes Foto von Nr 1. Über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr schien alles gut zu gehen mit den zwei artgleichen Männchen im Becken. Dank starker Bepflanzung und einem Größenunterschied gab es in der Regel nur kurze Geplänkel zwischen den beiden. Als ein Weibchen kurz vor dem Ablaichen stand, trieb Nr. 1 sehr energisch und am Abend bekam ich mit, dass ein Auge stark geschwollen war. Verletzung? Infekt im Augenhintergrund? Ich weiß es nicht. Am nächsten Morgen bemerkte ich kurz bevor ich auf Arbeit mußte, dass das betroffene Auge völlig aus der Augenhöhle hervor stand und Nr. 1 nur noch gerade aus und rechts herum schwamm. Folglich war er auf dem linken Auge blind. Zeit zum Herausfangen und einzeln Setzen war nicht. Ich mußte weg. Als ich am Nachmittag von der Arbeit zurück kam, hing Nr. 1 völlig ramponiert an der Oberfläche, trotz seines Zustandes mit intensiver Farbe. Separieren half nicht mehr. Kurze Zeit später war Nr. 1 tot. Ein Weibchen hatte ein laichvolles Maul. Die alte Regel hatte sich wieder bewahrheitet: Nie zwei erwachsene artgleiche Malawibuntbarsch-Männchen in einem Becken!
Meine Empfehlung: beim Kauf 1 Männchen mit mindestens 4 Weibchen, groß genug, um mit der Genitalpapillen-Methode die Geschlechter überprüfen zu können oder wenn sie kleiner sind, mit mindestens 8-10 Stück beginnen.

(3/2016)

Literatur:

(1) Ad Konings "Atlas der MalawiseeCichliden", zweiter Band, bede-Verlag 1996
(2) Ad Konings "Malawicichliden in ihrem natürlichen Lebensraum", dritte Auflage, deutschsprachige Ausgabe, www.cichlidpress.com 2001

nach oben