Aulonocara aquilonium

Aulonocara aquiloniumAblaichende Aulonocara aquilonium „Mdoka”.

Aulonocara aquilonium lebt im natürlichen Lebensraum im Sandbiotop unweit von Felsen in einer Wassertiefe von 12 - 25 m. Vorkommen gibt es im nördlichen Teil des Sees bei Ngara und Mdoka. Zur Nahrungssuche sammeln sich die Tiere in großen Schwärmen. Die Männchen legen zum Ablaichen flache Mulden im Sand meist in der Nähe von Felsen an, welche nur gegen artgleiche Männchen verteidigt werden. Die Art ist recht selten im Malawi-See anzutreffen und steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Aquarium-Beobachtungen:

Bei dieser Art scheint mir die Gruppenhaltung sehr angebracht, zeigen doch selbst die von mir ursprünglich fünf erworbenen Aulonocara aquilonium bereits ein angedeutetes echtes Schwarmverhalten. Die innerartliche Aggression hält sich normalerweise sehr in Grenzen. Trotzdem empfehle ich als Mindestbeckenlänge 150 cm. Der Grund dafür findet sich im Balzverhalten. Bei mir wurde eine flache Laichgrube, welche sich am Beckenrand befand, auf eine Distanz von ca. einem Meter gegen jeden Eindringling verteidigt. Um dem Territorialverhalten etwas Einhalt zu gebieten, habe ich einen Steinaufbau als Sichtblende ca. 50 - 60 cm von der Laichmulde entfernt eingesetzt. Auffällig ist der schnelle stimmungsabhängige Wechsel der Färbung der Männchen. Zwischen der Balz- und Normalfärbung liegen meist nur wenige Sekunden. In Normalfärbung sind die Männchen von Aulonocara aquilonium ein „zart pastellfarbenes Nichts”. Liebhaber plakativer Farben sollten von dieser Art die Finger lassen. Für alle anderen stellt diese Art aus meiner Sicht eine Bereicherung für die Vergesellschaftung mit durchsetzungsschwachen Lethrinops und Copadichromis dar. Auch eine Haltung im Artbecken ist empfehlenswert.

2011 habe ich von dieser Art drei Bruten mit insgesamt reichlich 50 Jungfischen aufgezogen. Die Anzahl Jungfische pro Maulbrut lag bei 11 bis 23 Stück. Inzwischen sind die Elterntiere und die Jungfische verkauft bis auf sieben Stück, welche ich mir zurückbehalten habe. Darunter sind mindestens drei Männchen. Wenn ich mir anschaue, wie sich die Männchen, insbesondere das stärkste, farblich entwickeln, kann es nur eine Haltungsempfehlung geben: dieser Fisch sollte in größeren Gruppen gehalten werden!

Geschlechtsunterschiede:

Aulonocara aquiloniumAulonocara aquilonium „Mdoka”, maulbrütendes Weibchen.

Über die ausgefärbten Männchen dieser Art gibt es keinerlei Zweifel. Unreife späteinfärbende Männchen sind hingegen mitunter schwer auszumachen. Eiflecke gibt es bei beiden Geschlechtern, wobei diese bei voll entwickelten Männchen wesentlich größer als bei den Weibchen sind. Am ehesten sind unreife Männchen an etwas zugespitzten After- und Rückenflossen zu erkennen. Deshalb besteht bei den vermeintlichen Weibchen erst Klarheit, wenn sie tatsächlich abgelaicht haben.

Aulonocara aquiloniumAblaichmulde von Aulonocara aquilonium, typischerweise in der Nähe eines Steinaufbaues.
Aulonocara aquiloniumAulonocara aquilonium „Mdoka”, zwei Jungfische.
Aulonocara aquiloniumAulonocara aquilonium „Mdoka”, zwei Weibchen bei'm aulonocara-typischen „großen Lauschangriff”.
Aulonocara aquiloniumAulonocara aquilonium „Mdoka” (m), Normalfärbung , das ungeeignete Licht tut ein übriges.
Aulonocara aquiloniumAulonocara aquilonium „Mdoka” (m), Normalfärbung
Aulonocara aquiloniumAulonocara aquilonium „Mdoka”, diese Art zeigt bei mir andeutungsweise echtes Schwarmverhalten.
Aulonocara aquiloniumAulonocara aquilonium „Mdoka”, Männchen und Weibchen. Dieses Foto gelang erst, nachdem ich in den kleinsten erhältlichen Leuchtbalken investiert hatte und die Beleuchtungsstärke auf 25 Watt für mein 400-l-Becken reduziert hatte. Erst dann wurde der schwache Blauglanz im seitlich einfallenden Licht aus dem Zimmer so gut sichtbar war wie auf diesem Foto. [edit]Die rötliche Färbung des hellen Streifens in der Rückenflosse war eine Folge des hohen Anteils von Cyclops zu ca. 80 % im Futter.(2012)[/edit]
Aulonocara aquiloniumAulonocara aquilonium „Mdoka”, drei angefärbte Männchen aus meinen Nachzuchten, aufgenommen ohne Blitz. In den letzten Wochen vor den Aufnahmen lag der Futteranteil von Cyclops bei ca. 25 %. (2012)

(übrige Texte und Bilder: 2011)

Literatur:

(1) Ad Konings "Malawicichliden in ihrem natürlichen Lebensraum", dritte Auflage, deutschsprachige Ausgabe, www.cichlidpress.com 2001
(2) Ad Konings "Atlas der MalawiseeCichliden", erster Band, bede-Verlag 1996

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