Malawibuntbarsche im Aquarium

Hiermit möchte ich Euch auf meiner privaten Seite begrüßen. Ihr findet hier Informationen und Bilder zu von mir selbst gehaltenen Malawibuntbarschen. Neben allgemeinen Informationen schildere ich auch eigene Erfahrungen, die ich mit diesen faszinierenden Cichliden gemacht habe.

Von 2001 bis November 2009 war das Becken als Felsbiotop/Übergangsbiotop gestaltet, zusätzlich aus optischen Gründen mit Farnstauden besetzt. In der Zeit hielt ich überwiegend folgende Arten, welche ich unter den genannten Handelbezeichnungen erwarb:

Placidochromis elektra Fort Maguire, Labidochromis chizumulae, Protomelas spec. steveni taiwan Placidochromis elektra „Fort Maguire”, Labidochromis chisumulae („mbweca”?) und Protomelas spec. „Taiwan Reef” auf einem Bild.

Alle drei Arten haben ein gemäßigtes Temperament, wobei die Labidochromis chisumulae („mbweca”?) die lebhaftesten sind. Sowohl die Placidochromis elektra „Fort Maguire” als auch die Protomelas spec. „Taiwan Reef” wurden unter meinen Bedingungen etwa 12-14 cm groß, die Labidochromis chisumulae („mbweca”?) blieben mit 8-9 cm etwas kleiner. Eine Vergesellschaftung mit Mbuna kann ich nicht empfehlen, da diese drei Arten deren Territorialverhalten vermutlich nicht auf Dauer gewachsen sind. Empfehlenswert ist hingegen die Vergesellschaftung mit den meisten Aulonocara, Copadichromis, Mylochromis und Otopharynx. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, in meiner Cichlidengemeinschaft keine weiteren Protomelas, Placidochromis oder Labidochromis zu halten. Absolut tabu sind andere Lokalformen der drei Arten und auch Labidochromis caeruleus. Ernährt werden die Tiere bei mir mit einem eiweißarmen spirulinahaltigen Futtergranulat, dazu als Frostfutter rote und weiße Mückenlarven, außerdem noch Cyclops. Am wichtigsten sind die Cyclops, da sie gut für die Ausfärbung sind und bedingt dadurch, daß sie sich im Becken sehr gut verteilen, die kleineren Fische bei'm Fressen der Cyclops im Vorteil sind. Auf diese Weise ist es möglich, den Ernährungszustand in Grenzen zu steuern.

Protomelas spec. steveni taiwan Zwei Nachzuchttiere von Protomelas spec. „Taiwan Reef”
Labidochromis chisumulae („mbweca”?) Ein winziger Labidochromis chisumulae („mbweca”?) auf Nahrungssuche
Labidochromis chisumulae („mbweca”?) Ein kleiner Labidochromis chisumulae („mbweca”?) und ein erwachsenes Weibchen fressen Cyclops

Am leichtesten lief die Vermehrung bei Labidochromis chisumulae („mbweca”?) ab. Es kamen immer wieder Jungfische im Gesellschaftsbecken durch, bis zu vier Stück pro Brut erreichten auf diese Weise ohne weiteres Zutun meinerseits Verkaufsgröße.

Zeitweilig befanden sich auch noch Aulonocara stuartgranti „Usisya” und Copadichromis trewavasae „Msisi” in dem Aquarium. Erst nachdem ich bereits einen Teil meines Bestandes verkauft hatte, gelang bei den Kaiserbuntbarschen eine Nachzucht, hingegen bei den Copadichromis kam es wie schon zuvor nur zum Ablaichen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich an anderen Malawis nur noch die Placidochromis elektra „Fort Maguire” im Becken.

(2008/2009)

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Neueingerichtet.jpg Lethrinops marginatus „red fin” (2009)

Im November 2009 erfolgte eine Neueinrichtung mit wenig Steinaufbauten und feinem Kies mit dem Ziel, Sandcichliden und Freiwassercichliden gute Bedingungen zu bieten. Im Januar 2011 baute ich die Dekoration um und fügte zwei weitere Steinaufbauten in die Dekoration ein. Einer der beiden Steinaufbauten dient dabei primär als Sichtblende. Der Grund dafür findet sich im Balzverhalten des Aulonocara aquilonium „Mdoka”, dessen Männchen zeitweilig eine flache Laichgrube, welche sich am linken Beckenrand befand, auf eine Distanz von ca. einem Meter gegen jeden Eindringling verteidigte. Inzwischen hat das Becken wieder einen Charakter mehr als Übergangsbiotop.
Als die Aulonocara aquilonium „Mdoka” mir Chancen auf die Erzielung von Nachzuchten boten, konnte ich bei dieser Art der Versuchung nicht widerstehen. Inzwischen haben alle für den Verkauf vorgesehenen Tiere den Weg in den Fachhandel gefunden. Und ich konnte weiteren Versuchungen nicht widerstehen: Für den Erlös kamen Aulonocara stuartgranti „Maisoni-Chitimba”, Aulonocara spec. „maleri”(?) (damit ist es mit der Nachzucht von Aulos bis auf weiteres wegen Kreuzungsgefahr vorbei), Placidochromis spec. „johnstoni solo”, Copadichromis „mbenji blue” und Protomelas fenestratus „Sani”, teilweise sehr kleine Jungfische. Groß werden sie bei mir von allein.

Neueingerichtet2.jpg Die Männchen von Protomelas fenestratus „Sani”, Copadichromis „mbenji blue” und Aulonocara spec. „maleri” leuchten heraus. (2011)

Folgende Arten sind bei mir zur Zeit vorhanden, unter den folgenden Bezeichnungen erworben:

Aulonocara aquilonium „Mdoka”, Placidochromis spec. jalo Aulonocara aquilonium „Mdoka” und Placidochromis spec. „jalo” brüten im Duett.
Protomelas fenestratus „Sani” Protomelas fenestratus „Sani”, m, der größte Neuzugang in 2011.
Protomelas fenestratus „Sani” Protomelas fenestratus „Sani”, die Dame hat Eier im Maul.
Copadichromis „mbenji blue” Copadichromis „mbenji blue” Copadichromis „mbenji blue”, ein dreigepunkteter Utaka, jedoch zeigen nicht alle Tiere den zweiten Punkt, welcher außerdem stimmungsabhängig oft stark verblaßt. Was ich bereits beobachten konnte: dominante Männchen werden dunkler, zeigen die Punkte schwächer oder gar nicht und zeigen Streifen. Nur die Männchen haben die charakteristischen langgezogenen gelben Flecke auf der Afterflosse. Das folgende Bild zeigt ein maulbrütendes Weibchen.
Copadichromis „mbenji blue” Die beiden einfärbenden Männchen haben Reviere besetzt. Im folgenden Foto ist das größere in das Revier des kleineren eingedrungen und gerade dabei, die Flossen zusammen zu falten. Es wird flüchten, wenn im nächsten Moment die Attacke des kleineren kommt.
Copadichromis „mbenji blue”
Aulonocara „maleri”
Aulonocara spec. „maleri”, m, jung, absolut vielversprechend, nur ob es wirklich „Der Maleri” ist? Meine Tiere gehen zurück auf einen Stamm vom MTZ. Nach meinen Kenntnissen gibt es mindestens zwei Formen von gelben Kaiserbuntbarschen an den drei Maleri-Inseln. Der „echte” Aulonocara spec. „stuartgranti maleri Maleri” hat angeblich mindestens 12-13 senkrechte Streifen, die stimmungsabhängig hervor treten. In den 90igern habe ich ein einziges Mal diese Form mit 12-13 senkrechten Bändern gesehen. Das Männchen hatte sehr lang ausgezogene Rücken- und Afterflossen. Zwei Dinge hielten mich damals angesichts des geforderten hohen Preises vom Kauf ab: Ein Auge des Männchens war fürchterlich verpilzt und das Weibchen war nicht stuartgranti-ähnlich, weshalb ich kein Vertrauen in die Verkaufsbezeichnung "Aulonocara spec. stuartgranti maleri „Maleri”" hatte, schließlich wurden die gelben Kaiserbuntbarsche von Maleri seinerzeit als stuartgranti-ähnlich bezeichnet.
Ein anderes Merkmal für gelbe Aulonocara von Maleri soll sich auf den Kiemendeckeln befinden: deren Grundfarbe ist gelb und die blauen Reflexfarben kommen eher als Striche und Punkte vor. Bei Aulonocara spec. „baenschi benga” sollen die blauen Reflexfarben der Kiemendeckel hingegen flächig auftreten. Obiges Foto wurde mit Blitz aufgenommen. Das folgende ungeblitzte Foto des gleichen Tieres wie oben erreicht zwar keine gute Schärfe und die Schwanzflosse ist nicht komplett im Foto. Dafür sind die Farben deutlich weniger verfälscht als im ersten Bild:
Aulonocara „maleri”
Nach meiner Ansicht zeigt dieses Männchen auf den Kiemendeckeln die Grundfarbe gelb und kein flächiges Blau, so dass nichts gegen die Bezeichnung Aulonocara spec. „maleri” spricht. Meine Weibchen sind Aulonocara jacobfreibergi sehr ähnlich und auch die Durchsetzungsfähigkeit meiner Tiere entspricht etwa der von Aulonocara jacobfreibergi. Im folgenden Bild ist ein maulbrütendes Weibchen zu sehen. Man beachte die kräftige Ausprägung der Farbsäume. Aulonocara „maleri”
Das folgende Foto ohne Blitzlicht entstand, nachdem dieses Weibchen seine Nachkommen frei gesetzt hatte. Während der gesamten Brutzeit wurde keine Nahrung aufgenommen.
Aulonocara „maleri”
Diese Farbsäume bei den Weibchen in mehr oder weniger starker Ausprägung scheinen mir charakteristisch für diese Form zu sein. Auch die Weibchen von Aulonocara spec. „baenschi benga” zeigen wohl solche Säume, aber normalerweise deutlich schwächer ausgeprägt. Ein Zitat aus Ad Konings, Atlas der Malawisee Cichliden, Band 1, bede-Verlag 1996, S. 51 über Aulonocara jacobfreibergi : „Bei Mpanga Rocks haben die brütenden Männchen eine gelbe Grundfarbe wie die Population bei der Insel Mphandikucha.....Die Weibchen sind aber nicht gleich. Bei den südlichen Populationen haben die Weibchen orangegefärbte Afterflossen, aber bei den nördlichen Populationen sind diese farblos.”
Das Merkmal der orangegefärbten Afterflosse der Weibchen kommt nach meinen Kenntnissen sowohl bei gelben Aulonocara der Maleri-Inseln als auch bei Aulonocara spec. „baenschi benga” vor und beide Formen kommen aus dem Südwesten des Sees.
Die gelben Kaiserbuntbarsche vom großen Riff, welches ca. 5 km von der Einmündung des Flusses Nkhomo entfernt ist, wurden als Aulonocara baenschi beschrieben und unterscheiden sich von allen anderen gelben Aulonocara durch ihren runden Kopf. Solche Tiere hatte ich in den 90igern, eher friedlicher als Aulonocara stuartgranti, mit ansonsten stuartgranti-ähnlichen Weibchen.
Deshalb finde ich die Bezeichnungen Aulonocara spec. „baenschi benga” für die gelben Kaiserbuntbarsche von Benga als auch die Bezeichnung Aulonocara spec. „stuartgranti maleri” für die gelben Kaiserbuntbarsche von Maleri sehr unglücklich gewählt.

Einige Weblinks:
http://www.wild-malawis.de/A.maleri.html, diese Tiere zeigen praktisch die gleichen Merkmale wie meine.
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Aulonacara_sp_Stuartgranti_Maleri.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Maleri_juvie.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Yellow_Regal-2.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Aulonocara_sp_Stuartgranti_Maleri_Maleri_Is.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Group_photo-8.html
Interessant aus meiner Sicht, dass alle Jungtiere und Weibchen die charakteristischen Säume in der Rückenflosse besitzen.

„echte” Maleri?:
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Maleri-67.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Aulonocara_Maleri_maleri_island.html

Bengas:
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Benga-ec5ea71dc0.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/female_aulonocara.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Benga-af41ff9756.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Benga_Tank-3.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Holding_baenshi_2.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Holding_baenshi_1.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Benga_peacock_female-1.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/LIL_HELP_sub_male_or_female.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/lil_benga_females.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Benga_peacock_female.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Female_Benga-2.html
Ein vergleichsweise altes Foto in diesem Forum:
http://www.cichlids.com/pictures/pic/F1_Benga_male.html

Jacobfreibergis:
http://www.cichlids.com/pictures/pic/got_a_better_pic_female.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/wild_lemon_jake.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Eureka-84.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Lemon_Jake-62.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/W_C_Lemon_Jake-4.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Saw_a_baby_this_morning.html die Säume!
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Mom-8.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Mrs_Eureka_Red.html
Mamemelas zählen meines Wissens zu A. jacobfreibergi:
http://www.cichlids.com/pictures/pic/Aulonocara_jacobfreibergi_Undu_Reef-11.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/undu_reef-2.html
http://www.cichlids.com/pictures/pic/My_Aulonocara_Mamela1.html

zu mir selbst: Meine ersten Fische hielt ich 1967. Mit der Haltung von Malawi-Buntbarschen begann ich 1983. Melanochromis johanni und Melanochromis exasperatus waren der Einstieg. Zeitweilig hatte ich bis zu 9 Becken in Betrieb. Gegenwärtig sind ein 400l-Becken, ein 160l-Becken und ein 60l-Becken in Betrieb. Nur gelegentlich ziehe ich eine Brut auf, meist für den Eigenbedarf.

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