Malawibuntbarsche im Aquarium

Hiermit möchte ich Euch auf meiner privaten Seite begrüßen. Ihr findet hier Informationen und Bilder zu von mir selbst gehaltenen Malawibuntbarschen. Neben allgemeinen Informationen schildere ich auch eigene Erfahrungen, die ich mit diesen faszinierenden Cichliden gemacht habe.

Folgende Arten sind bei mir zur Zeit vorhanden, unter den folgenden Bezeichnungen erworben:

Mit dieser Zusammenstellung bin ich defacto wieder bei meinen Wurzeln als Liebhaber von Malawibuntbarschen angelangt, waren doch Mbuna mit Melanochromis johanni und Melanochromis exasperatus die ersten Malawis überhaupt, die ich hielt. Iodotropheus sprengerae kenne ich noch aus der Zeit, besaß aber damals keine, seinerzeit sehr gesucht unter den alten Namen „Melanochromis brevis” und „Rostroter Maulbrüter”.

Petrotilapia microgalana „Nkhata Bay” Petrotilapia microgalana „Nkhata Bay”, (m), gängiger Handelsname ist Petrotilapia spec. "small Nkhata Bay", bleibt im Unterschied zum normalen Petrotilapia microgalana, Handelsname Petrotilapia spec. "small blue", weitgehend gelb. Es legt sich nur ein leichter Blauglanz mehr oder weniger über den Körper und die unpaaren Flossen. Kaum zu glauben, aber war: das Foto zeigt zwei Männchen. Aus einer Gruppe von fünf Tieren, ein sicheres Männchen + vier vermutliche Weibchen, haben sich alle zu Männchen entwickelt. Inzwischen groß genug für die Genitalpapillen-Methode zur Bestimmung von Weibchen und Männchen, bestätigte sich, was das Verhalten vermuten ließ. So gut wie kein Balzverhalten und kaum innerartliche Auseinandersetzungen ließen mich schon länger vermuten, dass es sich um einen Männerclub handelt.
(6/2016)
Labeotropheus fuelleborni „Makanjila red top” Labeotropheus fuelleborni „Makanjila red top”, (w), zwei B-Weibchen.
Tropheops spec. „mauve yellow” erwies sich bei mir als eine sich absolut unerwartet verhaltende Art.
Tropheops spec. „mauve yellow” Tropheops spec. „mauve yellow”, Weibchen 1, welches mit Männchen 2 nicht ablaichte.
Tropheops spec. „mauve yellow” Tropheops spec. „mauve yellow”, Weibchen 2, welches von Männchen 2 angebalzt wird.
Ich erwarb im Frühjahr 2015 quasi als Spontankauf fünf Nachzuchttiere, nachdem ich WF dieser Art gesehen hatte. Zwei waren deutlich größer, Männchen 1 und Weibchen 1, die anderen drei erheblich kleiner. Aus den kleineren entwickelten sich im Herbst 2015 Männchen 2 und 3 sowie Weibchen 2. Die Überprüfung der Genitalpapillen der Tiere hat ein eindeutiges Ergebnis gebracht.
In den meisten Herkunftsgebieten zwischen Manda und Lupingu finden sich mit 90% überwiegend Männchen mit hohem Blau-Anteil und lediglich 10% mit hohem Gelb-Anteil. Bei Magunga ist das Verhältnis genau umgekehrt, überwiegend Männchen mit hohem Gelb-Anteil, und die Populationsdichte ist dort am höchsten. Die Weibchen der verschiedenen Herkunftsgebiete können nicht unterschieden werden. Um so merkwürdiger ist es, dass nicht jedes Männchen mit jedem Weibchen ablaicht.
Zu den einzelnen Tieren: Männchen 1 erwies sich als äußerst anfällig für Darminfekte. Nach dem Sommerurlaub war es nicht mehr auffindbar. In der kurzen Zeit von drei Monaten bis dahin hatte es zwei Darminfekte. Kein weiteres Tier, weder Artgenossen noch andere Beckenbewohner mußten in der Zeit behandelt werden. Das größere Weibchen 1 hat im Januar 2016 abgelaicht OHNE Beteiligung eines Männchens. Entsprechend schnell war der Laich verschwunden, noch bevor ein Foto entstand. Weibchen 1 wurde recht aggressiv. Es besetzt ein Nahrungsrevier, welches besonders bei der Fütterung vehement gegen jeden Fisch verteidigt wird. Männchen 2 hat bisher nie Weibchen 1 angebalzt und kam bei Laichansatz dieses Weibchens nicht in Fahrt. Angebalzt wird von ihm hingegen Weibchen 2. Männchen 3 ist meist submissiv. Bemerkenswert ist die Beschwichtigungsfärbung, die zeitweilig noch intensiver als auf dem betreffenden Foto gezeigt wird.
Normalerweise hat man bei Malawibuntbarschen eher das Problem, dass es zu unerwünschten Hybridisierungen kommt. Dass innerhalb einer Art bei Malawibuntbarschen nicht mit einem vorhandenen Partner abgelaicht wird, ist für mich neu. Tropheops ist eine sehr artenreiche Gattung, von der bis zu sieben Arten an ein und der selben Stelle im See sympatrisch vorkommen. Vielleicht gehören meine Tiere zwei verschiedenen Arten an, die nach menschlichem Ermessen nicht unterschieden werden können? Die Fotos der beiden Weibchen entstanden mit unterschiedlichen Einstellungen und Kameramodellen.
Tropheops spec. „mauve yellow” Tropheops spec. „mauve yellow”, Männchen 3, welches von Männchen 2 immer mal unter Druck gesetzt wird. Tropheops spec. „mauve yellow” Wenn diese Färbung von ihm gezeigt wird, wird es von Männchen 2 nicht behelligt und darf sich dann auch in dessen Revier bewegen.
(4/2016)
Maylandia spec. „daktari” Maylandia spec. „daktari”, (m), ein Fisch, der dem Ruf der Malawibuntbarsche als „Korallenfische des Süßwassers” gerecht wird. Hier gibt es mehr zu dieser Art.
Microchromis aurifrons „Luwino Reef” Balzende Microchromis aurifrons „Luwino Reef”, hier gibt es mehr zu dieser Art mit plakativen Männchen und umso unscheinbareren Weibchen.

(2015)

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Die Experten sind sich nicht einig, ob unsere Aquarienpopulationen von Iodotropheus der Art Iodotropheus sprengerae oder der Art Iodotropheus declivitas angehören siehe hier. Beide Arten stehen auf der Roten Liste, I. sprengerae und I. declivitas. Erstaunlich, dass es bis auf den heutigen Tag Unsicherheiten bei der Bezeichnung dieser aquaristisch altbekannten Fische gibt. Bei meinen Tieren ist der Rotanteil bei den meisten Tieren hoch. Noch viel stärker ausgeprägt ist er in der Zuchtlinie Iodotropheus sprengerae "superior red" (Bilder vom 13.03.2009 etwas weiter unten auf der verlinkten Seite). Ein Bild meiner Tiere: Iodotropheus declivitas / Iodotropheus sprengerae Hier gibt es mehr.

(2013)

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Neueingerichtet.jpg Lethrinops marginatus „red fin” (2009)

Im November 2009 erfolgte eine Neueinrichtung mit wenig Steinaufbauten und feinem Kies mit dem Ziel, Sandcichliden und Freiwassercichliden gute Bedingungen zu bieten. Zunächst pflegte ich Lethrinops marginatus „red fin” in dem Aquarium. Leider lief es nicht, wie ich es mir vorstellte. Mehr dazu hier. Im Januar 2011 baute ich die Dekoration um und fügte zwei weitere Steinaufbauten in die Dekoration ein. Einer der beiden Steinaufbauten dient dabei primär als Sichtblende. Der Grund dafür findet sich im Balzverhalten des Aulonocara aquilonium „Mdoka”, dessen Männchen zeitweilig eine flache Laichgrube, welche sich am linken Beckenrand befand, auf eine Distanz von ca. einem Meter gegen jeden Eindringling verteidigte. Inzwischen hat das Becken wieder einen Charakter mehr als Übergangsbiotop.
Als die Aulonocara aquilonium „Mdoka” mir Chancen auf die Erzielung von Nachzuchten boten, konnte ich bei dieser Art der Versuchung nicht widerstehen. Inzwischen haben alle Tiere den Weg in den Fachhandel gefunden, einige gingen auch auf direktem Weg zu einem Liebhaber dieser seltenen Art. Und ich konnte weiteren Versuchungen nicht widerstehen: Für den Erlös kamen Aulonocara spec. „Maisoni-Chitimba”, Aulonocara spec. „maleri maleri”, Placidochromis spec. „johnstoni solo”, Copadichromis „mbenji blue” und Protomelas fenestratus „Sani”, teilweise sehr kleine Jungfische. Groß werden sie bei mir von allein. Die Aulonocara spec. „Maisoni-Chitimba” habe ich innerhalb kurzer Zeit an einen Freund weiter gegeben. Die Vergesellschaftung mit Aulonocara spec. „maleri maleri” hat nicht auf Dauer funktioniert siehe Aulonocara spec. „maleri”.

Die Handelsbezeichnungen, unter denen ich seinerzeit die Tiere erwarb und dazu mehr zu den Arten findet sich auf den verlinkten Unterseiten:

Alle Jungfische von Placidochromis spec. „johnstoni solo” entwickelten sich zu Weibchen und sind inzwischen verkauft.

Neueingerichtet2.jpg Die Männchen von Protomelas fenestratus „Sani”, Copadichromis „mbenji blue” und Aulonocara spec. „maleri” leuchten heraus. (2011)

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Von 2001 bis November 2009 war das Becken als Felsbiotop/Übergangsbiotop gestaltet, zusätzlich aus optischen Gründen mit Farnstauden besetzt. In der Zeit hielt ich überwiegend folgende Arten, welche ich unter den nachfolgend genannten Handelsbezeichnungen erwarb:

Placidochromis elektra Fort Maguire, Labidochromis chizumulae, Protomelas spec. steveni taiwan Placidochromis elektra „Fort Maguire”, Labidochromis chisumulae („mbweca”?) und Protomelas spec. „Taiwan Reef” auf einem Bild.
Labidochromis chisumulae („mbweca”?) Ein winziger Labidochromis chisumulae („mbweca”?) auf Nahrungssuche
Labidochromis chisumulae („mbweca”?) Ein kleiner Labidochromis chisumulae („mbweca”?) und ein erwachsenes Weibchen fressen Cyclops

Alle drei Arten haben ein gemäßigtes Temperament, wobei die Labidochromis chisumulae („mbweca”?) die lebhaftesten sind. Sowohl die Placidochromis elektra „Fort Maguire” als auch die Protomelas spec. „Taiwan Reef” wurden unter meinen Bedingungen etwa 12-14 cm groß, die Labidochromis chisumulae („mbweca”?) blieben mit 8-9 cm etwas kleiner. Eine Vergesellschaftung mit Mbuna kann ich nicht empfehlen, da diese drei Arten deren Territorialverhalten vermutlich nicht auf Dauer gewachsen sind. Empfehlenswert ist hingegen die Vergesellschaftung mit den meisten Aulonocara, Copadichromis, Mylochromis und Otopharynx. Es war für mich eine Selbstverständlichkeit, in dieser Cichlidengemeinschaft keine weiteren Protomelas, Placidochromis oder Labidochromis zu halten. Absolut tabu waren andere Lokalformen der drei Arten und auch Labidochromis caeruleus. Ernährt wurden die Tiere bei mir mit Frostfutter, schwarzen und weißen Mückenlarven, außerdem noch Cyclops, und einem eiweißarmen spirulinahaltigen Trockenfutter. Am wichtigsten sind die Cyclops, da sie gut für die Ausfärbung sind und bedingt dadurch, daß sie sich im Becken sehr gut verteilen, die kleineren Fische beim Fressen der Cyclops im Vorteil sind. Auf diese Weise ist es möglich, den Ernährungszustand in Grenzen zu steuern.
(2008/2009/2012)

Am leichtesten lief die Vermehrung bei Labidochromis chisumulae („mbweca”?) ab. Es kamen immer wieder Jungfische im Gesellschaftsbecken durch, bis zu vier Stück pro Brut erreichten auf diese Weise ohne weiteres Zutun meinerseits Verkaufsgröße.

Zeitweilig befanden sich auch noch Aulonocara stuartgranti „Usisya” und Copadichromis trewavasae „Msisi” in dem Aquarium. Erst nachdem ich bereits einen Teil meines Bestandes verkauft hatte, gelang bei den Kaiserbuntbarschen eine Nachzucht, hingegen bei den Copadichromis kam es wie schon zuvor nur zum Ablaichen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich an anderen Malawis nur noch die Placidochromis elektra „Fort Maguire” im Becken.
(2009)

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Aulonocara aquilonium „Mdoka”, Placidochromis spec. jalo Aulonocara aquilonium „Mdoka” und Placidochromis spec. „jalo” brüten im Duett.
Foto: Dr. Dieter Hohl, Halle/S. Aulonocara aquilonium „Mdoka” Dieses Bild entstand in der Zierfischzucht Halle und zeigt Aulonocara aquilonium „Mdoka” (ein Nachkomme aus meinem Stamm). Auch hier wird die Art in einem schwach beleuchteten Aquarium gehalten. Als mittlerweile vor Jahrzehnten die meisten Aquarianer ihre Beleuchtung von Glühlampen auf Leuchtstoffröhren umstellten, waren Arten wie diese, deren Schönheit in erster Linie in ihren Reflexfarben liegt, die großen Verlierer. Es ist eben ein großer Unterschied, ob mit diffusem starken Licht von oben oder schräg von vorn/oben mit einer mehr oder weniger punktförmigen Lichtquelle beleuchtet wird. Mehr zu dieser interessanten Art gibt es hier.
Aulonocara „maleri” Aulonocara spec. „maleri”, jung, absolut vielversprechend, nur ob es wirklich der „maleri” ist? Mehr dazu unter Aulonocara spec. „maleri”. Aulonocara „maleri”

zu mir selbst: Meine ersten Fische hielt ich 1967. Mit der Haltung von Malawi-Buntbarschen begann ich 1983. Melanochromis johanni und Melanochromis exasperatus waren der Einstieg. Zeitweilig hatte ich bis zu 9 Becken in Betrieb. Gegenwärtig sind ein 400l-Becken, ein 160l-Becken und ein 60l-Becken in Betrieb. Nur gelegentlich ziehe ich eine Brut auf, meist für den Eigenbedarf.

zu den Fotos: Seit 2005 benutze ich Digitalkameras. Die meisten Fotos wurden mit Blitz aufgenommen. Seit 2011 ist eine Kamera in Gebrauch, deren Sensor bei 6400 ISO recht brauchbare Fotos liefert, welche allerdings nicht die Schärfe geblitzter Aufnahmen erreichen. Die Farbwiedergabe der Fotos auf dieser Webseite ist abhängig vom Kameramodel, den Einstellungen (z.B. Weißabgleich, Kontrast, Farbsättigung, Blitz) und den Beleuchtungsverhältnissen.

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